Der lautlose Tod – Stoff für Thriller?

Manchmal begegnet uns der lautlose Tod. Manchmal lässt uns das Grauen verstummen. Wie die meisten Thrillerautoren halte ich überall Ausschau nach Elementen, die für eine Gänsehaut taugen (und wer steht schon nicht auf Gänsehaut …?) Da ich vorwiegend Mystery Thriller schreibe, kommen diese Elemente oft aus dem offiziellen Universum der Fantasie. Allerdings muss ich bei weitem nicht immer auf das Übernatürliche zurückgreifen, um die Zähne zum Klappern zu bringen. Das reale Leben, der Alltag, bietet ein eindrückliches Arsenal des Schreckens. Manchmal wird der Horror von einem Todesschrei begleitet. Manchmal lässt uns der lautlose Tod mit Grauen verstummen.

Für Hänsel und Gretel lauert die Gefahr im Wald. In „Der Herr der Ringe“ können Bäume sprechen und sich fortbewegen, sind durchaus kriegerisch; im „Talisman“sind die Bäume schlicht böse. Doch da gibt es auch einen echten Wald, einen Wald, der bei weitem gefährlicher ist als jeder andere auf dieser Welt.

Schon einmal vom Roten Wald gehört?

Der Rote Wald, gut zehn Quadratkilometer gross, gehört zur Sperrzone von Tschernobyl, dem verbotenen Gebiet mit der weltweit stärksten Strahlenverseuchung. Die Explosion in Tschernobyls Reaktor Nr. 4 im Jahre 1986 segnete die Region mit einer Strahlenbelastung, die dem zwanzigfachen der Atombomben von Hiroshima und Nagasaki entsprechen. Moment mal … „Strahlenbelastung“, das klingt irgendwie so abstrakt, so klinisch. Wollen wir uns einmal anschauen, was das für einen verstrahlten Menschen bedeutet? Je nach Strahlenbelastung treten Symptome auf wie Kopfschmerzen, Übelkeit, unkontrollierte Blutungen in Mund, Darm, unter der Haut, Fieberdelirium, Koma – und schliesslich Tod. Bei schwersten Strahlenkatastrophen kommt es auch schon mal zur Walking Ghost Phase, einem Zeitraum von mehreren Tagen, an dem sich der Verstrahlte nach anfänglicher extremer schwäche anscheinend erholt. Doch dann folgt die Sterbephase mit raschem Zelltod. Und nein, es ist kein schönes Sterben.Yves Patak Schriftsteller Der lautlose Tod
Doch zurück nach Tschernobyl. Interessanterweise hat sich die Tierwelt in der Region seit der Atomkatastrophe nicht nur erholt, sondern vervielfacht. Schon in den ersten zwei Jahren nach der Explosion nahm der Bestand an Wildschweinen um das Achtfache zu. Allerdings finden sich auch Hinweise auf Mutanten, auf genetisch veränderte Vögel und andere Tiere.

Radioaktivität. Mutanten. Der lautlose Tod.

Der wahre Schrecken jedoch liegt in den Bäumen selbst. Nach der Reaktorexplosion starben tausende von Tannenbäumen, verfärbten sich durch die Strahlung rötlich (daher der Name Red Forest). Die meisten Bäume wurden im Rahmen der Aufräumarbeiten plattgewalzt und vergraben, weil sie die meiste Radioaktivität abbekommen haben. Gewisse Quellen (Quora.com) behaupten, dass die Strahlung auf den Bäumen auch Bakterien und Pilze abtöten, weshalb die Bäume nicht verrotten: es sind ewige Tote, radioaktive Mumien.
Falls es in jener Region also je zu einem Brand kommen sollte – z.B. durch Blitzschlag, was ja durchaus möglich ist – würde mit den Flammen eine gewaltige radioaktive Wolke in die Atmosphäre gelangen und über die ganze Erdkugel wandern.
Radioaktivität. Mutanten. Ewige Stille. Der lautlose Tod.
Durch die wogenden Nebel meiner Thriller bewegen sich zwei Gestalten, denen die Idee gefällt. Mehr als das. Das Konzept törnt sie förmlich an. Da wäre der Mafioso und Soziopath Michael „Die Flamme“ Coppola … und da wäre der dämonische Ûraton. Beide überlegen, wie sie eine solche globale Katastrophe zu ihrem eigenen Nutzen provozieren könnten.
Die einzige Frage ist, welcher der beiden Schurken der Schnellere sein wird …

Des Raben langer Schatten – eine Hommage

Der Patak Blog trägt als Arbeitstitel „Aus der Werkstatt des Schriftstellers“ … und ja, was soll ich sagen, meine Arbeitsstätte ist eine mysteriöse. Ein Ort der wispernden Stille und der langen Schatten.

Was wispert denn da? Und woher die Schatten …?

Jeder Mensch trägt seine Prägung mit sich: die Essenz all dessen, was ihn im Verlauf seines Lebens beeindruckt, in ihm Spuren hinterlässt. Dem Schriftsteller, wen wundert’s, drücken die unzähligen Bücher, die er verschlungen hat, ihren Stempel auf, einen Stempel so individuell wie ein Fingerabdruck. Schaue ich auf meine Bücher-Prägung zurück, so sehe ich hinten in der Werkstätte die Silhouette eines Vogels … ja, ganz dort hinten im Halbdunkel über der Tür, über der blassen Büste der Göttin Pallas, dort hockt ein schwarzer Vogel, ein Rabe, um es genau zu nehmen. Dieser Vogel namens Nevermore (Nimmermehr) begleitet – oder verfolgt? – mich seit gut dreissig Jahren, seit ich ihm in Edgar Allan Poes Gedicht THE RAVEN begegnet bin und mich des Raben langer Schatten nicht mehr loslässt. Dieser Blog Post ist eine Hommage an den Raben, einen der mächtigsten und ominösesten Vögel dieser Welt.

Nimmermehr.

Vermutlich ist es sinnlos, von einem Gedicht zu schwärmen, von dem schon Tausende zuvor schwärmten. Vor allem, wenn einem beim Schwärmen eine Gänsehaut über die Arme kriecht. Aber so wie es unvergessliche Menschen gibt, so gibt es unvergessliche Bücher und Gedichte. Geschichten, die uns erbeben oder in stummer Ehrfurcht erstarren lassen. THE RAVEN ist in dieser Kategorie das eine Gedicht, das mich tief, tief in der Seele erschauern lässt, immer und immer wieder, wie ein unerklärliches Déjà-vu. Und so wie gewisse Menschen stolz auf ihr Geblüt sind, auf ihre Herkunft, so fühle ich mich geehrt, mit dem Geist gewisser Menschen in Kontakt gekommen zu sein. Manchmal denke ich, dass es sich schon dafür gelohnt hat, diesen netten blauen Planeten zu besuchen.

In English, please.

www.PatakBooks.com Schriftsteller Yves Patak Edgar Allan Poe The Raven Des Raben langer Schatten

Das Gedicht, will man ihm die volle Ehre erweisen, ist in Englischer Sprache zu geniessen. Die Übersetzung ist gut, und dennoch ein Sakrileg. Also: in English please. Doch warum nur lesen?

Eine der schönsten Produktionen und Untermalungen muss ich dir ans Herz legen, ein „must-see“: Die Verfilmung des Gedichts durch Trilobite Pictures … und ist es nicht seltsam, dass der Trilobit in meiner frühen Jugendzeit mein Totem, mein magisches Tier war? Hmm!

Wie auch immer … hier das Video Fantastico zu THE RAVEN.

Enjoy!

 

Konfrontation mit der Angst

Die Konfrontation mit der Angst ist für mich als Arzt Alltag, ebenso wie die Frage gewisser Patienten: „Dr. Patak, wie können Sie als liebevoller und emphatischer Arzt Gruselstorys und Thriller schreiben?“

Offenbar leiden nur wenige Krimi-Schriftsteller unter zweier sehr gegensätzlichen Leben. Dabei liegt des Rätsels Lösung vielleicht näher, als man denken würde, und spiegelt sich möglicherweise in einem meiner liebsten Stephen King-Zitate:

From a very early age, I wanted 
to be scared. [I think that] I wanted an emotional engagement with something that was safe, 
something I could pull back from. (Stephen King)

Frei übersetzt: Bereits in sehr jungen Jahren wollte ich Angst erleben. Ich glaube, ich wollte einen emotionalen Bezug zu etwas aufbauen, das ungefährlich war, von dem mich mich (jederzeit) lösen konnte.

Für mich drückt dieses Zitat etwas aus, das die Brücke schlägt zwischen meinen Berufen als Psychotherapeut und Schriftsteller:

Es geht um Konfrontation.

Denn die Konfrontationstherapie wirkt als Brücke zur Entwicklung, zur Veränderung. Der Angst Freiwillige Konfrontation mit der Angst ist nicht pervers, sondern weise. Als Menschen fühlen wir uns oft verloren, hilflos, schutzlos, ausgeliefert. Da stehen wir auf einer kleinen blauen Kugel, die mit 100’000 kmh durchs Weltall rast, um uns herum unzählige potentielle Gefahren.

Um uns herum?

Pustekuchen! Es gibt nicht nur fanatische Muslime, psychotische Präsidenten, fiese Chefs, borstige Schwiegermütter, drohende Klimaerwärmung, Killer-Meteoriten, Ebola und Hungersnöte, sondern auch die tausend Gefahren in uns drin: Woher wissen wir, dass nicht gerade jetzt, in dieser Minute, ein Krebs in uns heranwächst? Unsere psychische Stabilität in Schräglage gerät? Unser Herz stehenbleibt?

Der Mensch kann mit Unsicherheit schlecht umgehen.

Aber er kann es lernen. In der Psychotherapie ist eine der wirksamsten Methoden die Konfrontationstherapie. Und hier, wie meist im Leben, macht Übung den Meister. Auch die moderne Psychotherapie arbeitet durchaus mit Gruselelementen: Psychotherapeuten begleiten ihre Klienten mit Virtual Reality  langsam zur vermeintlichen Gefahr, bis diese ihren Horror-Charakter verliert.Yves Patak Schriftsteller www.PatakBooks.com Eye in Hand

Das Lesen von Spannungsliteratur und Krimis, die KOnfrontation mit gefährlichen, blutigen, verstörenden Geschichten, kann als Therapie angesehen werden.

Die Psyche unterscheidet nicht so sehr zwischen Realität und Phantasie, wie viele meinen, weshalb „bildhaft-imaginative Ansätze stärkere als gedachte Effekte haben dürften.“ Und jetzt wird’s spannend:

Sowohl die Hypnosetherapie wie auch der Thriller arbeiten sehr intensiv mit inneren Bildern und Emotionen!

Wie bereits in einer früheren Ausgabe von „Pataks Schatzkiste“ berichtet, reagieren selbst Depressive positiv auf das Lesen von Krimis – eine Tatsache, die auf den ersten Blick merkwürdig erscheint, doch im Licht der Konfrontationstherapie verständlich wird.

Yves Patak Schriftsteller www.PatakBooks.com Konfrontation evil doll confront your fearsIch beginne also, meine Arbeit als Schriftsteller mit neuen Augen zu sehen. Unterhaltung mit Gruseleffekt zum einen … Psychotherapie zum anderen. Was kann ich sagen: I love it!

Hier geht’s zum Artikel: Virtual Reality in der Psychotherapie

 

Kreative Hypnose und der Kuss der Muse

Eine der häufigsten Fragen, die man als Schriftsteller hört: „Wo hast du bloss all deine Ideen her?“

Bei vielen Leuten steckt Neugier hinter der Frage, oder das Bedürfnis nach Small Talk. Da gibt es aber auch diejenigen, die gerne kreativ sein würden, die selbst ein Buch schreiben oder sonst etwas entwickeln wollen. Jene Menschen wissen, dass es manchmal gar nicht so leicht ist, ein kreatives Projekt vorwärts zu treiben, weil die zündende Idee fehlt. Ideen kommen, so scheint es, meist dann, wenn wir am wenigsten nach ihnen suchen. Was wiederum an das Faust-Zitat – „Es irrt der Mensch, solang er strebt“ – erinnert. Danke, Goethe, sehr hilfreich.

Wir können die Muse nicht zwingen, uns zu küssen. Aber wir können sie motivieren. Dazu verführen.

Da ich seit Kindheit dazu neige, dem Tagträumen zu verfallen, ist der Trance-Zustand meine zweite Natur. Dass ich Hypnosetherapeut wurde, war zwangsläufig. Das Wunderbare am hypnotischen Zustand ist aber nicht nur das therapeutische Potenzial, sondern auch die Möglichkeit, auf die Reise zu gehen – auf die Reise zur Muse, auf ins Abenteuer Inspiration. Bei mir beginnt die Reise oft mit einer magischen Formel:

„Man stelle sich vor …“

Yves Patak Schriftsteller www.PatakBooks.com Hypnose Kuss der Muse Kreativität CreativityEs gibt tausend Wege, die Imagination und damit die Inspiration anzuregen. Ein Beispiel? Du brauchst einen Bösewicht, einen Schurken für deinen Thriller? Okay. Setze oder lege dich hin, schliess die Augen. Du sitzt in einer Bar, einer schummerigen Bar – sagen wir in Manhattan – wo sich allerlei Pack herumtreibt, zwielichtiges Volk, dem du im Alltag kaum je begegnest. Du sitzt an der Theke, vor dir einen Whiskey Sour, und beobachtest die Leute in der Bar, suchst nach dem einen, der das Zeug hat, der Schurke in deinem Roman zu werden. Er sollte alt sein, denkst du, denn viele Kanaillen sind jung, stark und gefährlich. Du aber möchtest einen alten Mann, weil man diesen unterschätzt, was ihn umso gefährlicher macht.

Du schaust dich also um und siehst einen alten Mann, nur drei Hocker von dir entfernt, ein schäumendes Bier in der Hand. Der Alte hat einen Rauschebart wie der Weihnachtsmann, aber die Augen – nein, das eine Auge, denn er trägt eine Augenklappe – hat nichts vom guten alten Santa Claus. Es glitzert honigfarben, und da ist eine Schlauheit, die an Hinterhältigkeit grenzt. Und obwohl der Mann wirklich alt ist, uralt sogar, strahlt er eine Lebendigkeit, eine Energie aus, die nicht zu seinen Jahren passen will.

Yves Patak Schriftsteller www.PatakBooks.com Creativity kreative Hypnose Kuss der MuseDer Mann trinkt sein Bier aus, erhebt sich, und du folgst ihm durch die nächtlichen Strassen Manhattans. Du bleibst weit zurück, denn es wäre nicht gut, wenn der Alte deine Präsenz bemerken würde. Gar nicht gut.

Nach einem langen Fussmarsch – und hey, der Alte geht nicht, er läuft wie ein Wiesel! – gelangst du in den Meatpacking District, siehst, wie der bärtige Alte eine verlassene Fabrikhalle betritt. Kurz entschlossen (und, gib’s ruhig zu, ziemlich nervös) schleichst du um die Halle herum und findest ein Loch im Wellblech, ein Guckloch, durch das du hineinspähst.

Und jetzt wird es gruselig.

In der Mitte der Lagerhalle, über einem Metalltisch, hängt an einem langen Kabel eine einzelne, nackte Glühbirne und beleuchtet die aufgeschlagenen Seiten der White Pages, dem Telefonbuch Manhattans. Bewegungslos verharrt der Mann vor dem Tisch, hält die von Alterflecken übersäte Hand dicht über dem Telefonbuch, eine mächtige Hand mit langen, knotigen Fingern, die nach einer unsichtbaren Schwingung zu tasten scheinen. Dann, wie ein Falke im Sturzflug, sticht der harte Nagel des Zeigefingers nach unten, hackt sich in einen Namen im unteren Drittel der Seite.

Langsam, wie in einem eigenartigen Ritual, fährt der Fingernagel über die eine Zeile, hin und her, ritzt das Papier. Das schabende Geräusch, ein tonloses Fauchen, scheint die nackten Wellblechwände der Halle emporzukriechen, die Luft zum Knistern zu bringen. Unter dem Fingernagel kringelt sich gelblicher Rauch empor, und das Papier färbt sich bräunlich, dann schwarz …

So habe ich meinen Roman-Schurken Samael Janoda („Tödlicher Schatten„) getroffen. Bin ihm mit klopfendem Herzen zur Lagerhalle gefolgt, um ihn aus sicherer Distanz kennenzulernen.

Bei mir läuft dieser Prozess meistens von alleine. Allerdings gebe ich meinem Geist die Gelegenheit, auf die Reise zu gehen, biete ihm die ideale Startbahn, um abzuheben.

Ganz ohne LSD und Grüne Fee.

Der Schriftsteller, der an der gelegentlichen Schreibblockade leidet, kann durch Hypnose lernen, sich seine eigene, private Strasse zur Dimension der Kreativität zu etablieren, sich täglich zur flüchtigen Muse heranzuschleichen. Dabei gibt es unzählige Wege, sich inspirieren zu lassen. Vielleicht stehst du (mental) auf einer Lichtung im Wald und hörst ein seltsames, rhythmisches Geräusch, wie von einer Axt … aber irgendwie klingt es nicht wie eine Axt. Was könnte es sein? Oder du gehst durch einen Hotelflur, in einem abgelegenen Hospiz hoch oben in den Bergen, und du hörst hinter einer der Zimmertüren plötzlich ein Tuscheln, und du weisst, dass du gemeint bist, ahnst, wer oder was da hinter der Tür lauert …

Für diejenigen, die den Weg zur kreativen Trance kennenlernen möchten: Einfach melden auf ypatak@bluewin.ch!

 

Bibliotherapie: Die Macht der Worte

Bücher sind alles andere als reiner Zeitvertreib und Futter fürs Gehirn, denn Bücher stecken voller Worte, und Worte sind mächtig – mächtiger als den meisten bewusst ist. Bei Fachbüchern sind sich die Leser über die Macht der Worte einig, dass sie etwas in uns bewirken, uns weiterbringen, während sich bei Fiktion die Gemüter scheiden. Zu Unrecht. Denn die Sprache ist etwas vom Einflussreichsten, was unserer Evolutionsküche entsprungen ist, und sie bewirkt Unglaubliches, wenn man sie einzusetzen weiss – ganz egal, wo.

Im Anfang war das Wort

Nicht ganz zufällig gebührt dem Wort in der Bibel ein Ehrenplatz, heisst es doch im Johannesevangelium:

Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. (…) In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat’s nicht begriffen.

„Das Licht scheint in der Finsternis.“ … Hmm!

Ich gebe zu, als eingefleischter Agnostiker habe ich mich noch nie so wirklich dem Bibelstudium hingegeben, aber dieser Satz lässt es in mir als Thrillerautor kribbeln.
„Das Licht scheint in der Finsternis.“Yves Patak Schriftsteller www.PatakBooks.com Bibliotherapie Die Macht der Worte
Wasser auf meine Mühlen, vertrete ich doch die Meinung, dass auch das Düstere, das Gruselige, uns irgendwie weiterbringen kann. Dass der Thriller, der Krimi, die Gothic Fiction, ein (einigermassen) sicherer Weg ist, unseren eigenen Ängsten zu begegnen – und sie durch Konfrontationstherapie aufzulösen.

Die Macht der Worte

Worte können magisch wirken – ob gesprochen oder gelesen. Sie können kreieren oder zerstören, können liebevoll gesprochen werden wie von einer Mutter, die ihrem Kind ein Märchen vorliest, oder mit der vernichtenden Gewalt eines Adolf Hitler. Worte sind unsere Begleiter und Führer, wenn wir uns auf die Reise nach innen begeben. Der Lichtkegel in der Dunkelheit.

Bücher als Heilmittel

Wussten Sie, dass es in der Psychotherapie den Begriff der Bibliotherapie gibt? Oh ja: Bücher werden gezielt als Heilmittel eingesetzt, als Katalysator, der beeindruckende Seelenprozesse in Gang setzen kann.
Doch es wird noch überraschender: Offenbar helfen düstere Geschichten – also Krimis, Thriller, Gruselgeschichten – sogar bei Depressionen, obwohl man ja eher das Gegenteil vermuten würde. Wie es dazu kommt, lesen Sie im folgenden Artikel aus der Frankfurter Allgemeinen: Heilende Worte.

 

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Coppola: „Bevor mich die Lust überkommt, jemandem weh zu tun.«

»Lass sie los, du Schwein!« knurrt Hugh. Ungeachtet der auf ihn gerichteten Pistole steht er auf und macht einen raschen Schritt auf seine Tochter zu. Blitzschnell dreht sich Coppola um die eigene Achse und verpasst dem Arzt einen Tritt in den Magen. Mit einem erstickten Schnauben sackt Hugh zusammen. Gemütlich lehnt sich Coppola gegen die Wand und verschränkt die Arme, den Lauf der Pistole an seiner Schulter.

»Und nun, Dottore, erzählen Sie mir von Ihrem Freund Desmond Parker. Von seinem … Talent.«

Schwer atmend rappelt Hugh Flint sich auf. Sein Blick irrt zwischen seiner Frau und seiner Tochter hin und her.

»Sie Hundesohn …«

»Dottore, bitte. Erzählen Sie mir alles aus freien Stücken. Bevor mich die Lust überkommt, jemandem weh zu tun.«

Michael Coppola, Die Flamme, Mafioso. Soziopath, Der Screener

Und nie hört man ihn kommen …

Michael „Die Flamme“ Coppola, der Bösewicht aus meinem Thriller „Der Screener“, kommt immer dann, wen man ihn nicht erwartet. Und nie hört man ihn kommen. Er ist der Fremde, den man zu kennen glaubt, und der einen immer wieder überrascht.

In meinem Leben ist er zu einem meiner „Rumpelstilzchen“ geworden. In tiefster Nacht tanzt er um mich herum, provoziert mich, grinst mich an. Dabei frage ich mich, ob er tief in der Seele ein Mephisto ist, „Ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft.“ Nun ja, nicht, dass das Töten und Foltern unschuldiger Menschen auf den ersten Blick etwas Gutes ist. Aber im Roman katalysiert dies die Entwicklung der „Guten“, hilft ihnen, über sich selbst hinauszuwachsen.

Ich habe schon einmal versucht, Coppola sterben zu lassen. Der Anschlag missglückte. Der Mafioso aus der Upper West Side ist von den Toten zurückgekehrt. Und wie es aussieht, ist er mit mir noch lange nicht fertig.

Die Fiktion spiegelt die Realität wider

Gewisse Menschen aus der Gattung der Nicht-Leseratten (Rattus Non-Lectionis) sind der Meinung, dass Romane sinnlos sind. Fiktion, Phantasie und Luftschlösser hätten mit dem wahren Leben nichts zu tun. Ein Statement ohne viel Tiefgang, denn es gilt der Kernsatz:

Die Fiktion spiegelt die Realität wider – und umgekehrt.

Dichtung und Wirklichkeit sind unentwirrbar miteinander verwoben und beeinflussen sich gegenseitig. Für viele Menschen wirkt der Roman als Stimulus, als ein wunderbarer Seelenreiz, als Tor in phantastische Welten. In der Psychotherapie gibt es sogar den Begriff der „Bibliotherapie„, einer Therapieform, die sich auf das Lesen und die heilende Wirkung der Sprache stützt. Eine neuere Studie zeigt schließlich, dass düstere Romane Depressiven helfen können.

Relativitäts-Ohrfeige

Ich bin ein Hörbuch-Junkie. Wenn ich alleine fahre, bedeutet Autofahren für mich Hörbuch-Zeit. Meist ziehe ich mir spannende Thriller rein. Kürzlich war ich mit Jack Reacher unterwegs, dem coolen Einzelgänger-Helden und ehemaligen Militärpolizisten aus Lee Childs Feder. In einer Nebenszene begegnet Reacher einem früheren Marine, der hintergangen wurde und in afrikanische Kriegsgefangenschaft gelangte.Yves Patak Schriftsteller www.PatakBooks.com Relativität Gefängnis

Die Nebenszene wird schonungslos und detailliert beschrieben. Beinahe wollte ich rechts ranfahren, um durchzuatmen. Der Marine musste monatelang in einer vollgestopften Zelle überleben – so vollgestopft, dass man sich nicht einmal hinlegen konnte. Geschlafen wurde stehend. Der Boden war eine Jauchegrube menschlicher Exkremente. Irgendwann wurde der Marine mit einer Gruppe von Mitgefangenen auf einen Hof geführt. Man erklärte ihm, dass er sich zu seinem Geburtstag wünschen dürfe, ob man ihm das Bein ober- oder unterhalb des Knies absäbelt. Die Machete flog und künftig wurde an jedem Geburtstag  ein Körperteil amputiert. Linker Fuss, rechter Fuss, linke Hand, rechte Hand …

Die Szene ist grauenhaft. Vor allem, weil solche Dinge wirklich geschehen. Ein Teil in mir rebellierte, wollte weghören und die inneren Bilder nicht zulassen. Ein anderer Teil steckte die Relativitäts-Ohrfeige tapfer ein. Die Ohrfeige, die mich daran erinnerte, wie verdammt gut es mir geht, wie verdammt gut es den meisten von uns geht im Vergleich zu dem unglücklichen Marine. Wir sprechen von Fiktion, die die Realität widerspiegelt und damit etwas  in uns bewegt. Fiktion, die eine Entwicklung, eine Erkenntnis fordert.

Die tägliche Erinnerung

Wenn mich alle paar Monate jemand daran erinnern würde, dankbar zu sein für all das Schöne, das ich habe und andere eben nicht, käme dies moralinsauer rüber und der Effekt wäre dürftig. Der Impuls käme viel zu selten, wäre „abstrakt“. Mein Wissen bliebe ohne innere Bilder, die mich bewegen. Romane hingegen evozieren täglich innere Bilder und zeigen mir, wie es „auch sein könnte“. Sie erinnern mich an das Relativitätsgebot des menschlichen Lebens.

Mein Plädoyer endet somit am Anfang: Bei meiner Überzeugung, dass Fiktion – ob Liebesromane, historische Romane oder Thriller – weit mehr ist als Unterhaltung. Sie gehört zu unseren Lehrern in der großen Lebensschule.

 

Ein Dämonenjäger wird geboren

Vielleicht bin ich besessen, ein Dämonenjäger. Wahrscheinlich sogar. Nicht, dass ich etwas dagegen hätte, denn bisher ging’s mir ganz gut dabei. Allerdings ist es auffällig, dass ich seit frühester Kindheit eine Faszination für das Gruselige an den Tag legte, in einem Alter, in dem ich noch nicht von Büchern oder Filmen beeinflusst war. Das kam später.
Mit acht Jahren zeichnete ich bereits Vampire, Skelette, Monster und komplexe Selbstmordmaschinerien. Wahrscheinlich hätte ein Psychiater meine frühen Kunstversuche im Keim erstickt, zum Glück kam keiner daher.

Bald wechselte ich vom Zeichnen zum Schreiben, das Interesse blieb morbid. Und obwohl ich irgendwann zwischendurch Medizin studierte, blieb ich dem Spannungsfeld zwischen Wissenschaft, Phantasie, Sichtbarem und Möglichkeiten treu. Was gibt’s Göttlicheres, als sich aus allen Honigtöpfen bedienen zu dürfen?

Einen besonderen Stellenwert hatten in meinem Leben stets Dämonen, jene Finsterlinge, die über die Jahrtausende als Sündenböcke für alle menschlichen Dramen herhalten mussten, wenn es keine anderen Schuldigen gab. Und wenn es Dämonen gibt, gibt’s auch Dämonenjäger – ein kosmisches Gesetz.

Dämonenjäger. Hmm!

Yves Patak Schriftsteller Dämonenjäger Kindermär, Aberglaube — oder die Wurzel allen Übels?
Interessant, dass jeder halbwegs gebildete Mensch über die Möglichkeit, dass Dämonen existieren könnten, bloss die Nase rümpft und, verlegen oder irritiert, das Thema wechselt. Habe ich denn verpasst, dass man die Nicht-Existenz von Dämonen wissenschaftlich bewiesen hat? Und falls ja, wie viel Wert gäbe ich auf solche Beweise, nachdem die gleiche Wissenschaft einst nachwies, dass die Erde eine flache Scheibe ist? Nachdem die gebildeten Menschen der Antike davon ausgingen, dass Krankheiten von Myasmen, von üblen Dünsten, stammen — nur, weil man die damals noch unsichtbaren Viren und Bakterien nicht kannte?

Spricht man an Dämonen, spricht man von Besessenheit. Besessenheit weist Symptome auf wie jede herkömmliche Krankheit auch, nur eben andere Symptome. So mögen Besessene irre grinsen, grimassieren oder schreien, in fremden Sprachen reden (was aus schulmedizinischer Sicht recht exotisch ist), übermenschliche Kräfte entwickeln oder einfach katatonisch daliegen. Besessene werden tendenziell eher böse als liebevoll sein, eher destruktiv als konstruktiv, eher zu Mord und Totschlag neigen als zu Streicheleinheiten und guten Worten.
So weit so gut.
Aber wer entscheidet denn nun, ob diese Symptome von Viren, Bakterien, Prionen oder anderen Mikrowesen stammen, oder von gestörten Neurotransmittoren, oder eben doch— Trommelwirbel, unheimliche Musik — von Dämonen?

Ein Gedankenexperiment:

Radioaktive Strahlung ist für uns völlig unsichtbar, auch unter dem Mikroskop. Nur mit bestimmten Apparaturen kann man sie messen. Und dennoch ist sie für uns Menschen hochgefährlich, dosisabhängig auch tödlich.
Könnte es nicht sein, dass wir bestimmte unsichtbare Krankmacher — nennen wir sie doch mal Dämonen — schlicht noch nicht erfassen können? Könnte es gar sein, dass zum Beispiel das menschliche Ego — Ursymbol für unsere Hab- und Machtgier, Aggressionen, Selbstbezogenheit, Ängste, Skrupellosigkeit, Minderwertigkeitsgefühle etc. — eine Form von Besessenheit ist? Eine Infektion, die gut 99 Prozent der Menschheit befällt, nur in verschiedener Ausprägung?

Gehen wir eine Zwiebelschale tiefer: Könnte es sein, dass ein Mensch, der heute behauptet, es gäbe Dämonen, aufgrund des aktuellen „wissenschaftlichen Zeitgeistes“ genau so rasch und willkürlich verurteilt wird wie damals die Hexen im Mittelalter? Ohne dass es wahre Beweise in die eine oder andere Richtung gibt?

Nur zur Klarstellung: dieses Thema hat nicht nur philosophische Bedeutung. Fände man heraus, dass Dämonen verantwortlich sind für unser oft unerfreuliches Wesen, für Depressionen, Erschöpfung, Mordlust, Schizophrenie, gespaltene Persönlichkeit (sehr selten!), Melancholie etc., dann müsste man zwangsläufig die medikamentöse Schiene verlassen und nach anderen Methoden suchen (was gewissen Unternehmen nicht gefallen würde). Ob der Exorzismus dabei die beste Option wäre, sei dahingestellt.

Das Thema Dämonen liess mich nie so richtig los. Denn wenn es einen Satz gibt, der meine Phantasie aufrüttelt, dann dieser:

„Was wäre wenn …“

Und so ging ich mit der Idee schwanger, etwas über Dämonen zu schreiben. Über einen Dämonenjäger, der selbst nicht einmal an diese Schurken glaubt — und eines Besseren belehrt wird. Er heisst Ace, weil er ein Ass ist, ohne es zu wissen. Ein Rohdiamant, der bald schon von der rauen Realität und von ungeheuerlichen Wesenheiten geschliffen werden soll.www.PatakBooks.com Yves Patak Schriftsteller Dämonenjäger
Natürlich ist Ace eines meiner Seelenkinder, das an meiner Stelle die düsteren Welten der Dämonologie ergründen soll. Ein argloser Unbeteiligter, der in etwas hineingezogen wird, dass eigentlich viel zu gross für ihn ist. Aber als Romanheld hat er keine Wahl: er muss über sich selbst hinauswachsen, die Welt vor dem Untergang retten — oder bei dem Versuch sterben. Denn Dämonen existieren, und seine Mission ist es, sie zu bekämpfen, sie auszulöschen. Basta.

Ich bin stolz auf Ace Driller. Stolz darauf, dass er nach einigem Hadern seine Bestimmung annimmt und in einer selbstmörderischen Mission das tut, wozu er geboren wurde. Und ein wenig beneide ich ihn, den er erlebt all das Unglaubliche, während ich bloss als unsichtbarer Begleiter dabei bin. Andererseits kommen einige Szenen vor, bei denen ich ihm entschuldigend zulächle und sage: „Sorry, Alter — lieber du als ich!“

Dämonen existieren. Basta.
Ich warte auf Gegenbeweise.

Nervenkitzel braucht der Mensch

Nervenkitzel! In der Verkaufsstatistik von Büchern liegt der Thriller meist weit vorne an der Spitze. Ein Genre, bei dem es in der Regel um schreckliche Dinge geht. Um gefährliche Dinge. Mord, Totschlag, Betrug, Intrigen, Verschwörungen. Alles, was unseren Puls und Blutdruck in die Höhe treibt,  Adrenalin in unsere Gefäße jagt und uns dazu bringt, abends nochmals zu prüfen, ob das Türschloss verriegelt ist, niemand unter unserem Bett liegt und keine seltsamen Geräusche aus dem Keller kommen. So wie man dem Vampir die Tür öffnen muss, laden wir den Nervenkitzel in unser Leben ein.

Nervenkitzel: warum zum Teufel suchen wir das Grauen?

Mit Sicherheit wissen können wir es nicht. Meine persönliche Theorie führt uns in die Vergangenheit: in unsere Entwicklungsgeschichte, zur Evolution des Menschen.

Bis vor Kurzem – also bis vor etwa 500.000 Jahren – gab es für uns Menschen nur einen Job: Überleben. (Wusstest du übrigens, dass wir Menschen zur Untergattung der Trockennasenprimaten und zur Familie der Menschaffen gehören?). Um zu überleben, mussten wir lernen, Gefahren zu erkennen, und zwar schnell. Dinge wie Liebe, romantische Sonnenuntergänge und hübsche Blumen waren fürs Überleben nicht wichtig, weshalb sich unser Gehirn unermüdlich auf potentielle Gefahren konzentrierte.

Säbelzahntiger versus Sonnenuntergang

Szenenwechsel: Eine Gruppe von Höhlenmenschen sitzt ums Lagerfeuer, kaut an Mammutknochen herum oder glotzt stumpf vor sich hin. Plötzlich rennt Ntuc herbei und ruft „Hey, wunderschöner Sonnenuntergang, alle mal raus!“ Die Höhlenbewohner gaffen ihn verständnislos an. Was zum Geier sollte an einem Sonnenuntergang so prickelnd sein, dass man dafür die warme Höhle verlässt?

Doch ein paar Tage später stolpert Ntuc nochmals in die Höhe und brüllt: „Säbelzahntiger!“ Zehn Sekunden später sind alle Höhlenmenschen auf den Bäumen.

Gefahr: Die Mutter aller Reize

Es ist offensichtlich: Das Gefährliche weckt unsere Aufmerksamkeit. Denn während der Sonnenuntergang oder eine hübsche Alpenrose kaum je über Leben und Tod entscheidet, geht uns der Säbelzahntiger an die Eingeweide. Unser Hirn lernte über die Jahrtausende, die Gefahr – neben der Fortpflanzung – als wichtigsten Stimulus einzustufen.Yves Patak Schriftsteller www.PatakBooks.com Smoke Demon Nervenkitzel

Nun hat sich der Mensch und sein Umfeld seit der Höhle dramatisch verändert. Die meisten der früheren Gefahren gibt’s fast gar nicht mehr oder nur in stark verdünnter Version. Säbelzahntiger und Höhlenbären sind ausgestorben, gegen Bakterien gibt’s Antibiotika, gegen Frostbeulen Minergie-Häuser mit Bodenheizung.  Doch nun geschieht das Paradoxe: statt unsere neu gefundene Sicherheit so richtig zu genießen, suchen wir die Gefahr – oder mit dem Nervenkitzel eine Prise davon. Wir lesen Krimis. Ziehen uns Action-Flicks und Horrorfilme rein. Machen Bungee-Jumping, gehen Segelfliegen, frönen dem ungeschützten One-Night-Stand oder fahren Motorrad, möglichst ohne Helm.

Fast scheint es, als hätte sich unser Gehirn als Gefahrendetektor so weit spezialisiert, dass es ohne den Thrill der Gefahr nicht mehr auskommt, förmlich danach lechzt. Ich jedenfalls bekomme einen mächtigen Kick von der fiktiven Gefahr – als Schreibender, als Leser wie auch als Film-Konsument. Und ja, ich glaube immer noch daran, dass neben der etwas perversen Suche (oder Sucht?) nach der Gefahr auch ein therapeutischer Teil dahintersteckt: Wer den Nervenkitzel sucht, konfrontiert seine Ängste. Ob er sie dabei nur anfeuert oder wirklich verdaut, darüber streiten sich die Gemüter.

Lasst uns also abstimmen: Wer glaubt, dass der Thrill das Salz in der Suppe des Lebens ist, der poste einen Kommentar. Und jeder, der anders denkt, natürlich auch … auf eigene Gefahr!

 

Die 30 Gebote der guten Schreibe

Kürzlich schrieb mir mein Automechaniker, ein Süditaliener, dass mein Auto repariert und zum Abholen bereit sei. Die dreizeilige Email belegte, dass er sich mit dem Schreiben etwa so vertraut fühlte wie ich mit Automechanik. Jedem das Seine. Nur, dass er häufiger mit dem Schreiben konfrontiert sein wird als ich mit kaputten Zündkerzen oder einem Kolbenklemmer. Und hier liegt sein Problem. Denn obwohl er als Süditaliener ein guter Katholik ist, kennt er die 30 Gebote der guten Schreibe nicht. Eine Sünde, die er in der Kirche der Aufstrebenden Schreibbegeisterten beichten müsste.

Fast jeder schreibt.

Die einen selten, die anderen pausenlos. Seit der Social Media-Welle schreiben sogar die Jungen vermehrt, wenn auch in zunehmend kryptischer Emoji-und-Bildersprache. Selfies und Duck-Faces sagen eben mehr als Worte, glauben sie. Doch für jeden, der sich ein klein wenig vom Neandertaler-Wandmalerei-Niveau abheben will, ist das folgende ABC des Schreibens ein Eldorado an genialen Tipps. Die Basics, wie man das geschriebene Wort zu etwas ebenso Nützlichem wie Starkem macht, zu etwas ebenso Erfrischendem wie Genüsslichen. Egal, ob du nun einen Roman schreiben willst, eine Email, eine Postkarte, ein Kondolenzschreiben oder eine Lösegeldforderung.Yves Patak Schriftsteller www.patakbooks.com 30 Gebote

Die 30 Gebote

Die Bibel hat zehn Gebote. Die Schriftstellerei 30. Anbei eine Zusammenstellung von „Schreibsuchti„, die 30 Gebote der guten Schreibe, aus der Feder des Grossmeisters Stephen King: