Spinnen haben ihren festen Platz in meinem Leben. Nicht, dass ich die kleinen Krabbeltiere besonders liebe – aber sie sind ein Thema mit viel „Fleisch am Knochen“, sowohl in meinem Ärztealltag (Spinnenphobie ist gar nicht so selten) wie auch in etlichen Gruselromanen und -filmen, in denen Spinnen dank ihres negativen Images eine tragende Rolle spielen. Oder haben Sie Arachnophobia‘ noch nicht gesehen?

Die schwarze Spinne – ein Kindheitstrauma

Persönlich erlebte ich mein erstes Spinnentrauma im zarten Alter von sechs Jahren, als ich bei meiner Großmutter Jeremias Gotthelfs Originalausgabe von „Die schwarze Spinne“ aus dem Jahre 1842 fand und darin herumblätterte. Das Horror-Wesen (siehe Bild), das mich aus den vergilbten Seiten anglotzte, verfolgte mich noch jahrelang in meinen Albträumen.

Charakterdarsteller Gruselliteratur

Evolutionstechnisch lässt sich vermuten, dass wir gelernt haben, bei gewissen Tieren und Insekten instinktiv eher mit einer Phobie zu reagieren, wenn besagte Tiere/Insekten sich über die Jahrtausende als besonders gefährlich erwiesen. Spinnen, Skorpione und Schlangen gehören zu jener Kategorie — einer Kategorie, die man im normalen Leben (vor allem in wärmeren Ländern) durchaus ernst nehmen sollte, und die deshalb in der Gruselliteratur auch ihren festen Platz gefunden hat. Wahrscheinlich handelt es sich bei der Angst vor Spinnen mitunter um ein epigenetisches Phänomen: eine in den Genen latent gespeicherte Angst (resp. ein gesunder Respekt) wird durch ein bestimmtes Ereignis getriggert (z.B. die aufschreiende Mutter, die soeben eine Spinne im Schlafzimmer entdeckt hat und beinahe austickt).
Im Radio hörte ich kürzlich von einem Experten, einem Arachnologen, dass die über tausend Spinnengattungen in der Schweiz völlig harmlos seien, und nur zwei davon könnten überhaupt beißen (was harmlose ‚Moskito-Stiche‘ hinterlassen würde).

Die Schönheit der Spinne

Doch wie alles auf dieser Welt haben auch Spinnen zwei Seiten — die Spinnen sogar eine wunderschöne, und wenn mir als Kind mehr solch hübsche Spinnen über den Weg gekrabbelt wären, hätte ich die kleinen Biester wohl schon längst ins Herz geschlossen. Das Video weiter unten soll dazu dienen, eingefleischten Arachnophobikern einen Hauch von Sympathie für unsere wenig geliebten Achtbeiner einzuflößen.

Therapie gefällig?

Übrigens: Spinnenphobie lässt sich bei vielen Menschen in kürzester Zeit z.B. mit EFT (emotional freedom technique) auflösen. Bei einigen meiner KlientInnen gelang dies in weniger als 45 Minuten (zum Vergleich: bei kognitiver Verhaltenstherapie dauert es in der Regel 2-4 Monate …). Falls dir also beim Genuss des Videos warm um die Ohren wird, schau doch mal bei mir vorbei!

Doch zuvor noch etwas fürs Gemüt: Pfauenspinne

 

 

„Was wir auch sehen oder scheinen, ist bloß ein Traum in einem Traum.“

Ein Zitat des ebenso düsteren wie tiefgründigen Edgar Allan Poe. Sind unsere Phantasien und Träume möglicherweise die ultimative Wahrheit? Eine seltsame Frage, natürlich — aber schließlich bin ich (unter anderem) Schriftsteller, und für unsereins gehören seltsame Fragen zum täglich Brot.

Also mal andersrum: hast du schon einmal einen Liebesroman gelesen oder dir einen TV-Thriller reingezogen? In beiden Kategorien gibt es reichlich von dem würzigen Element namens Drama. Im Thriller sowieso, aber auch der Liebesroman/-film muss gespickt sein mit Szenen, in denen die Heldin oder der Held leidet, an seine Grenzen kommt und sein Leben alles andere als cool findet, bis er/sie über sich selbst hinauswächst. Das muss so sein und nicht anders, weil die Story sonst stinklangweilig wäre und wir uns die Abend-Nachrichten angucken müssten, um bezüglich Drama auf unsere Rechnung zu kommen.

Drama. Unheil. Desaster.

Konflikte. Aufregung. Probleme. Offenbar suchen wir alle nach dem brenzligen Stoff, der das Leben ankurbelt, ihm Pfeffer gibt. Es scheint pervers, paradox, und doch liegt der Trieb in der menschlichen Natur. Vielleicht, weil wir aus dem Ganzen etwas lernen, dabei reifen? Geht es nur darum?

Oder sind es doch unsere Neandertaler-Gene, die in uns aufmucken? Hand aufs Herz, als wir noch Jäger und Sammler waren, da konnten wir die Wildsau rauslassen, konnten mit Speeren und Steinen bewaffnet auf die Jagd, ohne zu wissen, ob diesmal das Mammut gewinnt oder wir. Tagtäglich gab’s den Adrenalin-Kick gratis, und es steht ausser Frage, dass wir uns dann am lebendigsten fühlten, wenn wir der Todesgefahr ins gelbe Säbelzahntiger-Auge starrten.

Die Moderen Rundum-Zufrieden-Gesellschaft mit ihrem überversicherten Sorglos-Kuschelpaket hat uns diesen Kick genommen. Gefahren gibt’s praktisch nur noch in unserem Kopf, zum Beispiel dann, wenn wir im Wartezimmer des Arztes auf unsere Diagnose warten. Könnte es also sein, dass sich unsere Jäger-Gene nach der guten alten Zeit des wahren Lebenskampfes zurücksehnen, und die ausgemerzte Gefahr nun im Kopfkino ausleben muss, als auf- und erregende Fiktion?

Nun stell dir vor…

… du kommst an dein Lebensende. Egal, ob es ein Herzinfarkt ist, Krebs, ein Überfall, das abstürzende Flugzeug – der Countdown läuft. Du schreist, weinst, trauerst, haderst, es nützt alles nix: Du stirbst … und erwachst aus einem traumähnlichen Zustand den du Leben nanntest, bis auf einmal ‚wieder da‘, erwachst zu einem völlig neuen (alten? vertrauten?) Bewusstsein und erinnerst dich, dass du dich ganz bewusst auf ein menschliches Leben — dein Leben! — eingelassen hattest wie auf einen spannenden Roman, einen packenden Film, mit allem Drama, was dazugehört!

Es ist nur eine Idee, eine esoterisch-philosophische Spielerei … aber hast du den Gegenbeweis, dass es anders ist?Wahrscheinlich nicht. Und somit bleibt die Frage, ob wir uns das ganze Drama, das wir zuweilen erleben, vielleicht selbst aussuchen.

Irgendwie hätte der Gedanke doch etwas Tröstliches …

 

 

 

Der Patak Blog trägt als Arbeitstitel „Aus der Werkstatt des Schriftstellers“ … und ja, was soll ich sagen, meine Arbeitsstätte ist eine mysteriöse. Ein Ort der wispernden Stille und der langen Schatten.

Was wispert denn da? Und woher die Schatten …?

Jeder Mensch trägt seine Prägung mit sich: die Essenz all dessen, was ihn im Verlauf seines Lebens beeindruckt, in ihm Spuren hinterlässt. Dem Schriftsteller, wen wundert’s, drücken die unzähligen Bücher, die er verschlungen hat, ihren Stempel auf, einen Stempel so individuell wie ein Fingerabdruck. Schaue ich auf meine Bücher-Prägung zurück, so sehe ich hinten in der Werkstätte die Silhouette eines Vogels … ja, ganz dort hinten im Halbdunkel über der Tür, über der blassen Büste der Göttin Pallas, dort hockt ein schwarzer Vogel, ein Rabe, um es genau zu nehmen. Dieser Vogel namens Nevermore (Nimmermehr) begleitet – oder verfolgt? – mich seit gut dreissig Jahren, seit ich ihm in Edgar Allan Poes Gedicht THE RAVEN begegnet bin und mich des Raben langer Schatten nicht mehr loslässt. Dieser Blog Post ist eine Hommage an den Raben, einen der mächtigsten und ominösesten Vögel dieser Welt.

Nimmermehr.

Vermutlich ist es sinnlos, von einem Gedicht zu schwärmen, von dem schon Tausende zuvor schwärmten. Vor allem, wenn einem beim Schwärmen eine Gänsehaut über die Arme kriecht. Aber so wie es unvergessliche Menschen gibt, so gibt es unvergessliche Bücher und Gedichte. Geschichten, die uns erbeben oder in stummer Ehrfurcht erstarren lassen. THE RAVEN ist in dieser Kategorie das eine Gedicht, das mich tief, tief in der Seele erschauern lässt, immer und immer wieder, wie ein unerklärliches Déjà-vu. Und so wie gewisse Menschen stolz auf ihr Geblüt sind, auf ihre Herkunft, so fühle ich mich geehrt, mit dem Geist gewisser Menschen in Kontakt gekommen zu sein. Manchmal denke ich, dass es sich schon dafür gelohnt hat, diesen netten blauen Planeten zu besuchen.

In English, please.

www.PatakBooks.com Schriftsteller Yves Patak Edgar Allan Poe The Raven Des Raben langer Schatten

Das Gedicht, will man ihm die volle Ehre erweisen, ist in Englischer Sprache zu geniessen. Die Übersetzung ist gut, und dennoch ein Sakrileg. Also: in English please. Doch warum nur lesen?

Eine der schönsten Produktionen und Untermalungen muss ich dir ans Herz legen, ein „must-see“: Die Verfilmung des Gedichts durch Trilobite Pictures … und ist es nicht seltsam, dass der Trilobit in meiner frühen Jugendzeit mein Totem, mein magisches Tier war? Hmm!

Wie auch immer … hier das Video Fantastico zu THE RAVEN.

Enjoy!

 

„Wie oben, so unten“ – das magische Prinzip des Hermes Trismegistos scheint universell gültig zu sein. Yin und Yang, innen und außen – alles widerspiegelt sich.
Wenn ich als Arzt und Lebensberater in der Praxis bin, kommen die Leute zu mir (von außen nach innen). Bin ich als Schriftsteller unterwegs, so muss ich in die Welt hinaus (von innen nach außen). Nun ja, zumindest meine Bücher.

Viele dieser Pilgerreisen führen – willkommen in der Moderne – durch Cyber-Welten. Auf einer dieser Pilgerreisen als Mann der Feder fand ich kürzlich eine Oase, die ich fortan öfters zu besuchen gedenke: SWEEK – eine Plattform, wo Schreibende und LeserInnen sich begegnen und miteinander kommunizieren.

Interaktives Schreiben

War der Beruf des Schriftstellers noch vor nicht allzu langem eine Einbahnstraße, die von Sender zu Empfänger führte, so ist das Schreiben heute eine interaktive Angelegenheit geworden. Auf Sweek können LeserInnen nicht nur meine Storys beschnuppern, sondern auch aktiv bei der Entstehung neuer Werke dabei sein, können Rückmeldungen geben, positive und kritische Feedbacks, die beim Schreiben hilfreich oder gar wegweisend sein können.

Wattpads kleine Schwester

Dabei ist Sweek in gewisser Weise die europäische kleine Schwester von Wattpad, einer viel größeren und älteren Gemeinschaft von Autoren und Lesern.
Doch gerade die Tatsache, dass Sweek viel jünger und kleiner ist als Wattpad hat mich überzeugt, hier mitzumachen: die Plattform bei ihrem Wachstum zu unterstützen und (beinahe) von Anfang an dabei zu sein.
Wer sich also bei Sweek anmeldet, kommt unter anderem in den Genuss einiger Patak Short Storys, die es sonst nirgends zu lesen gibt …
sweek.com

Viele Lebensweisheiten stammen von „früheren“ Menschen, von Weisen, religiösen Führern oder unseren Großeltern (die diese Weisheiten wiederum von jemand anderem übernommen haben).
Immer wieder gibt es auch Menschen der Gegenwart, die weise und nützliche Sachen zusammenfassen.
Kürzlich stolperte ich über die Auflistung des verstobenen John Perry Barlow, dem Songtexte der Rockband Grateful Dead. Spannend, dass ein Kerl aus einer Psychedelic Rock-Band weises und gar spirituelles Zeug rauslässt, oder?
Barlow setzte sich für das freie Internet ein, für Bürgerrechte und Redefreiheit.
Kurz vor seinem dreißigsten Geburtstag verfasste er seine

Prinzipien erwachsenen Verhaltens

— eine Liste, die aus meiner Sicht manche religiöse Du-sollst-nicht-Pamphlete ersetzen könnte:

1 Sei geduldig. Immer.
2 Keine üble Nachrede: Weise Verantwortung zu, nicht Schuld. Sag nichts über andere, was du ihnen nicht ins Gesicht sagen würdest.
3 Geh nie davon aus, dass die Motive anderer ihnen weniger nobel erscheinen als deine Motive dir.
4 Erweitere deinen Möglichkeitssinn.
5 Belaste dich nicht mit Angelegenheiten, die du tatsächlich nicht ändern kannst.
6 Erwarte von anderen nicht mehr, als du selbst leisten kannst.
7 Halte Unklarheit aus.

8 Lache oft über dich selbst.

9 Kümmere dich darum, was das Richtige ist, und nicht darum, wer Recht hat.
10 Vergiss nie, dass du dich irren könntest – auch wenn du dir sicher bist.
11 Gib Hahnenkämpfe auf.
12 Denk daran, dass dein Leben auch anderen gehört. Riskiere es nicht leichtsinnig.
13 Lüge niemanden an – aus welchem Grund auch immer. (Unterlassungslügen sind manchmal erlaubt.)
14 Erkenne und respektiere die Bedürfnisse der Menschen um dich herum.

15 Vermeide die Suche nach dem Glück. Versuche dein Ziel zu definieren und verfolge es.

16 Verringere deinen Gebrauch des ersten Personalpronomens.
17 Lobe mindestens so oft, wie du tadelst.
18 Gestehe deine Fehler freimütig und frühzeitig ein.
19 Werde der Freude gegenüber weniger misstrauisch.
20 Verstehe Demut.
21 Denk daran, dass Liebe alles vergibt.
22 Pflege Würde.
23 Lebe denkwürdig.
24 Liebe dich.
25 Bleibe beharrlich.

Schön. Einfach schön. Oder?

Wie bereits erwähnt, tummle ich mich seit ein paar Wochen auf der Plattform SWEEK herum, wo LeserInnen und AutorInnen sich begegnen.
Auf jener Plattform gibt es immer wieder auch Wettbewerbe, und eine der Kategorien ist die Mikro-Story: man erhält ein Schlüsselwort, zu dem man eine superkurze Geschichte von maximal 250 Wörtern schreiben soll.

250 Wörter sind wenig. Sehr, sehr wenig.

Nicht umsonst sagte Winston Churchill, einer der größten Rhetoriker des 20. Jahrhunderts:

“I’m going to make a long speech because I’ve not had the time to prepare a short one.”

(„Ich werde eine lange Rede halten, weil ich die Zeit nicht hatte, eine kurze vorzubereiten.“)

In diesem Monat ist das Sweek#Mikro-Schlüsselwort BRIEF. Lesen Sie hier, was für ein weltveränderndes Potential ein Brief haben kann …

 

DER BRIEF

Yves Patak

Sweek#MikroBrief

Ein Klopfen an der Tür. Rabbi Mordecai schaut von der Tora auf und sieht Isaac hereinkommen.
„Isaac!“ Der Rabbi studiert das gerötete Gesicht des jungen Gabbai. „Hast du —“
„Wir haben ihn, Rabbi!“
Mit glühenden Augen überreicht ihm Isaac einen Brief. Schweigend dreht der Rabbi den aufgeschlitzten Umschlag hin und her, studiert das Siegel.
„Und hier habt die Authentizität überprüft?“
Isaac nickt. „Professor Shafirov und zwei Graphologen haben ihn überprüft. Er ist echt.“
„Haben die drei — “
„ — die Geheimhaltungsverpflichtung unterschrieben? Natürlich.“
„Gut, Isaac. Lass mich jetzt allein.“
Die Tür klickt zu. Der Rabbi setzt seine Lesebrille auf. Studiert die eine, in Druckschrift geschriebene Zeile.

DEM JÜDISCHEN VOLK.

Vorsichtig zieht er den Brief hervor und liest.
Großer Gott …
In seiner ungeduldigen, nach vorn geneigten Schrift bietet Adolf Hitler dem jüdischen Volk seine förmliche Entschuldigung an.
„Ich habe mich in eine Idee verrannt“, schreibt der Führer. „Mir schien, es wäre mein Lebenszweck, dem Übermenschen den Weg zu bahnen in eine bessere Welt. Jetzt, nur Stunden vor meinem Tod, erkenne ich, dass der Gedanke Wahnsinn ist.“
Fasziniert betrachtet der Rabbi die geschwungene Unterschrift.
Das eine Dokument.
Der eine Beweis, dass Hitler in seinen letzten Momenten zur Einsicht kam.
Zu einem Menschen wurde.
Der Brief würde der Welt beweisen, dass selbst Hitler Gefühle hatte. Dass er erkannte, wie fehlgeleitet seine teuflische Ideologie war.
Die Welt würde dem Führer nie ganz verzeihen. Aber ihn vielleicht verstehen.
Langsam, genüsslich, zerreißt der Rabbi den Brief.

 

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Chaos: „Ein Zustand vollständiger Unordnung oder Verwirrung, und damit der Gegenbegriff zu Kosmos, dem griechischen Begriff für die (Welt-)Ordnung.“

Ich habe ihn schon mehrfach erwähnt: meinen ehemaligen Hypnose-Mentor Dr. Gary Bruno Schmid, Herrscher über die Quantenphysik, über Chaos und Ordnung. Ein Mann, der ein herrlich übergreifendes Wissen aufweist und im folgenden Artikel die erste Rubrik schreibt. Gary ist ein eingefleischter Anti-Esoteriker, und dennoch berichtet er mit seinen „Klick-Phänomenen“ von Ereignissen, die früher klar in die Eso-Kiste verbannt wurden, über Begebenheiten, die eher magisch wirken als wissenschaftlich. Doch Gary ist nicht nur Psychologe und Hypnosetherapeut, sondern auch ein Quantenphysiker, und somit weiss er, von was er spricht.

Die neblige Zone zwischen Wissenschaft und Unerklärlichem

Im folgenden Artikel befassen sich Fachleute ganz verschiedener Disziplinen mit dem Thema Chaos und Ordnung, und sie alle betreten die neblige Zone zwischen Wissenschaft und dem Unerklärlichen: ein Psychologe, ein Dirigent, ein Physiker, ein Biologe und eine Philosophin. Lassen Sie sich inspirieren!

Chaos 

Gewisse Dinge verfolgen einen über Jahre. Bei mir sind es meine alten Geschichten. Denn während die einen ratzfatz aus der Feder fliessen und von A bis Z stimmig sind, gären andere vor sich hin, warten auf Veränderung, auf Evolution, auf ein alternatives Ende – oder auf eine Fortsetzung.
So geschehen bei meinem Thriller „Der Screener“. Viele Jahre nach den ersten Zeilen erscheint nun eine komplett überarbeitete Fassung, die als „Teil 1“ die Basis für eine Fortsetzung bildet.

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Nachwort und Neubeginn

Was zum Geier führt dazu, dass ein fertiger Roman sich quasi selbst neu erfinden musste? In meinem Nachwort zu „Der Screener Teil 1“ habe ich zusammengefasst, wo des Pudels Kern lag:

Als ich im Jahr 2010 die ersten Zeilen zu meinem Thriller ‚Der Screener‘ schrieb, war das Ziel der Reise – wie bei Heldenreisen üblich – unklar. Im Verlauf meldeten sich die Protagonisten zu Wort, flüsterten mir zu, wie die Geschichte sich zu entwickeln habe – so, wie ich es von früher her kenne.

Als Geschichtenerzähler glaubt man oft, etwas zu erfinden, und plötzlich ist sie da, die Eigendynamik: Der Schriftsteller wird zum Sekretär seiner Kreaturen, die ihm diktieren, wie es weitergehen soll. Und da jede dieser Figuren ihre eigene Meinung hat, geht es dabei oft alles andere als friedlich zu.

Dann, kurz vor Vollendung des Romans, geschah das Schreckliche: Meine Romanfiguren ließen mich im Stich. Da saß ich nun mit gut fünfhundert Thriller-Seiten und redete mir ein, dass die Geschichte zu einem Ende kommen muss. Da dieses aber so unklar war, so nebulös, musste das Showdown umso dramatischer werden, um von meiner Planlosigkeit abzulenken. Ein fataler Fehler, wie ich feststellen musste. Bei einem Roman muss der Anfang und das Ende perfekt sein. Alpha und Omega. Punkt.

Der Muse kalte Schulter

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Doch mein Omega hinkte. Entsprechend waren die Kritiken zum Gesamtwerk fast durchwegs positiv, während die Meinungen zur Endszene verdientermaßen kritisch waren.

Dann, vor einem Jahr, kam die Erleuchtung. Spät, aber immerhin. Die Erkenntnis war einfach, eigentlich banal: Es konnte keinen passenden Schluss geben, weil der Roman noch gar nicht zu Ende gehen sollte!

Die Einsicht war der Funke, der die kreative Zündschnur wieder zum Brennen brachte. Meine Romanfiguren schlichen sich auf Zehenspitzen in mein Zimmer, flüsterten mir ihre Ideen zu, wie es weitergehen sollte. Eine jener Figuren war besonders überzeugend. Michael ‚Die Flamme‘ Coppola, Kredithai und Drogenbaron der Upper West Side, verlangte von mir, ihn von den Toten auferstehen zu lassen. In der Stille der Nacht raunte er mir zu: „Wir sind noch nicht fertig miteinander.“

Es ist unklug, einem psychopathischen Mafioso mit Flammenwerfer-Fetisch zu widersprechen. Und so sitze ich wieder an meinem Laptop und schreibe. Denn die Reise ist nicht zu Ende.

Sie hat eben erst begonnen …

Gewinne das eBook zu „Der Screener Teil 1„!

Wer aktiv beim letzten Schliff mithelfen will, ist herzlich willkommen. Demnächst findet eine Leserunde zum Roman bei LovelyBooks statt, einem der grössten sozialen Büchernetzwerke Deutschlands. Mitmachen ist ganz einfach: schreibt mir auf ypatak@bluewin.ch, und ich lade euch zur Leserunde ein. Ihr bewertet den Thriller (und sucht dabei als Detektive nach Denk- und Schreibfehlern), schreibt eine Rezension, und dafür gibt’s ein Gratis-Buch (eBook oder Taschenbuch, dies entscheidet das Los). 

 

„Ich glaube.“

Ein geläufiger und ziemlich alltäglicher Satz, wenn ich sage, „ich glaube, wir haben keine Milch mehr im Kühlschrank.“
Doch sobald der Satz im Zusammenhang mit Religiosität steht, mit irgendeinem Gottesglauben, so wird er zum heiligen Satz, zum magischen Satz — und, wie mir scheint, zum Persilschein für jede Stumpfsinnigkeit, die uns in den (Un-)Sinn kommt.

Ich liebe angeregte Streit- und Grundsatzgespräche, solange die Argumente stark sind. Doch sobald jemand mit dem Holzhammer des „ich weiß!“ (= „ich glaube“) zuschlägt, kriege ich Zustände. Oder muss mich auf meine philosophische Ader zurückbesinnen, die da murmelt …

 

Vor 500’000 Jahren kannten wir nur einen Job, und der hieß Überleben. Gott, war das ein stressbefreites Leben, damals in der Höhle! Damals gab und brauchte es noch keine heiligen Schlagwörter wie Fokus, Zen, Achtsamkeitstraining und dergleichen.
Doch der Zeitgeist hat einiges verändert. Heute geht es hauptsächlich um Leistung und Profilierung, weil sonst unser liebes Ego daherkommt und uns einredet, dass wir kleine, wertlose, ungeliebte Würstchen sind, und das kommt nun gar nicht in die Tüte. Dabei gäbe es in unserer zivilisierten Gesellschaft, seit wir den Säbelzahntiger und andere spitzzahnige Bestien ausgemerzt haben, tausend mal weniger reale Gefahren als in der Steinzeit – der grösste Teil unserer Ängste ist reine Fiktion.

Doch es kommt noch schlimmer. Nicht nur der Beruf, auch die Partnersuche ist inzwischen leistungsdominiert, und die ausgelutschte Weisheit „sei einfach du selbst“ ist zur Lippenbekenntnis verkümmert. De facto müssen wir cool sein, smart, schnell, charmant, fit, schön, faszinierend, und natürlich brauchen wir das passende Tattoo zum passenden Mercedes.

Multitasking

Leben ist also Leistung. Um etwas zu leisten, müssen wir fokussiert sein. Und hier stolpern wir über die eigenen Füße, nämlich über den verflixten Zeitgeist — denn wir leben im Zeitalter der 1001 Fokusse, in einer Welt der ultimativen Verzettelung, auf Neudeutsch Multitasking.

Dass Multitasking dem Menschen weder liegt noch gut tut, ist längst erwiesen. Diejenigen, die sich auf ihr Hansdampf-in-allen-Gassen-Talent immer noch etwas einbilden, sind hoffnungslose Realitätsflüchtlinge, die sich mit koffeinzittrigen Fingern den eigenen Ast absägen.

Fokus = Zufriedenheit

Fokus heißt das Schlüsselwort, und diesen verschollenen Schatz gilt es zu suchen und – falls wir ihn finden – wie ein Heiligtum zu schützen. Denn er entscheidet nicht nur über unsere Leistungsfähigkeit, sondern auch über unsere längerfristige Zufriedenheit im Leben.
Anbei ein Artikel von Harry Groenert, der es auf den Punkt bringt:
Fokus.

Als Schriftsteller und Hypnosetherapeut bin ich dem Wort sehr nahe, es ist mein Hauptarbeitsinstrument. Für die einen sind Worte Schall und Rauch, für die anderen reine Magie. Interessanterweise steht in der Bibel „Am Anfang war das Wort“ – ein Satz, den ich in der Online-Lutherbibel gleich unter dem Titel „Das Wort ward Fleisch“ fand. Eine Metapher, die darauf hindeutet, dass Worte alles andere als nur Schall sind, sondern eine Energieform, die durchaus ins Physische (ins „Fleisch“) übergreifen kann.

Das Wort als Energieform?

Wie mächtig Worte sein können – im Positiven wie im Negativen, beim Schöpfen wie beim Vernichten – ist inzwischen längst wissenschaftlich bewiesen. Was die Placebo– und Nocebostudien schon lange zeigen, wird hier durch eine weitere Studie belegt.

Ein Sprichwort besagt: „Worte sind gratis. Nur ihre Anwendung könnten dich einiges kosten“ …

Lesen Sie folgende Zeilen dazu: Wort

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Schurken sind die Vitamin-Spritzen des Thriller-Autors. Was die Spannung betrifft,  sind sie das Salz in der Suppe, und so überkommt mich immer wieder das Verlangen, in die Welten der Bösewichte einzutauchen, sie besser kennenzulernen, mich von ihnen inspirieren zu lassen. Einige von ihnen leben in den Dimensionen der Fiktion. Andere wiederum treiben (oder trieben) ihr Unwesen in der realen Welt.

Der bekanntest Blutsauger der Welt

Kürzlich stolperte ich über eines der prominentesten Monster der Menschheitsgeschichte. Jeder hat von ihm gehört. Jeder. Graf Draculas Bekanntheitsgrad ähnelt dem der Coca Cola-Flasche. Doch was genau wissen wir wirklich über ihn? Antwort: Vieles. Sehr, sehr Vieles. Und nicht immer werden wir dem Woiwoden gerecht.

Eine Vorliebe fürs Pfählen

Vlad III., genannt Drăculea, auch genannt Țepeș  (= der Pfähler), war wahrscheinlich kein Vampir. Ob er ein Monster war, darüber lässt sich streiten. Klar, er hatte eine Vorliebe fürs Pfählen, eine ziemlich unschöne Foltermethode, bei der man den Verurteilten nackt auf einen eingefetteten Holzpfahl setzte, so dass sich dieser ganz langsam durch den Körper bohrte … unschön! Übrigens interessant, dass man „echten Vampiren“, um sie zu töten, einen Holzpfahl durchs Herz stossen soll … eine verschleierte Rachephantasie an Vlad III.?

Doch eigentlich war Vlad III. ein Kriegsheld. Sein Widerstand gegen das Osmanische Reich war ebenso beispiellos wie seine legendäre Grausamkeit, die den irischen Schriftsteller Bram Stoker vermutlich zu seinem Roman ‚Dracula‘ inspirierte.

Es gibt aber eine mögliche Erklärung für Vlads Blutdurst. Sein Vater, Vlad II., geriet durch den osmanischen Sultan Murad II. unter einen solchen Druck, dass er sich ihm unterwarf und ihm seine beiden Söhne Vlad und Radu als Faustpfand übergab. Na hallo, welcher Vater tut schon so was?

Geißel der Osmanen

Aufgrund Vlads dickköpfigem und störrischem Verhalten soll der Knabe oft ausgepeitscht (und wohl auch sonst gequält) worden sein: die perfekte Basis für eine Posttraumatische Belastungsstörung! Und ja, Vlad lernte in der osmanischen Gefangenschaft nicht nur Türkisch, sondern auch die Kunst des Pfählens … was beides noch ein Nachspiel haben sollte (siehe unten).

Über abenteuerliche Umwege wurde Vlad III. schließlich zum Machthaber des Fürstentums Walachei, und seine Vorliebe für brutale Folter und Hinrichtungen sprach sich bald herum – was in der damaligen, unglaublich gewalttätigen Zeit die Vlads Machtposition stärkte.

Vor den Städten entstanden ganze Wälder von Pfählen, auf denen tausende von Leichen verwesten – eine hocheffiziente Abschreckung gegen Feinde, Diebe, Lügner und Mörder. Vlads brutale Strenge bewährte sich in jener chaotischen Zeit, und unter seiner eisernen Hand sank die Kriminalität und Korruption gewaltig. Viele Untertanen verehrten Vlad III. für sein unerbittliches Beharren auf Recht und Ordnung.

Als die Osmanen zu einer immer größeren Bedrohung wurden, war Vlad der Einzige, der es mit dem Feind aufnahm. Strategisch schlau schlug er eine tausend Mann starke osmanische Truppe in einer engen Schlucht, um kurz darauf mit seiner eigenen Arme in türkischer Verkleidung zu einer feindlichen Festung vorzurücken, wo er in türkischer Sprache befahl, die Tore zu öffnen. Die List gelang, und Vlads Truppen zerstörten die osmanische Festung.

Guerilla-Krieger und Erfinder der Bio-Waffen

Der weitere Kriegsverlauf liest sich wie ein brutaler Thriller. Da die Türken zahlenmäßig weit überlegen waren, griff Vlad zu Guerillataktiken, attackierte den Feind aus dem Hinterhalt, hinterließ bei seinem Rückzug nur verbrannte Erde, vergiftete Gewässer, und schickte sogar Tuberkulose-, Lepra- und Pestkranke in die Feldlager der Türken – womit Vlad der Erfinder der biologischen Kriegsführung war.

Fazit: Es ist gut möglich, dass Vlad III. durch die Kombination eines Lebens in einer unglaublich kriegerischen und brutalen Epoche und seiner eigenen traumatischen Erlebnisse als Geißel der Osmanen zu jener Bestie wurde, die man in den Geschichtsbüchern findet. Jedenfalls waren die damaligen Zeiten nichts für Weicheier, und vielleicht war Gnadenlosigkeit der einzige Weg, zu überleben oder gar das eigene Volk vor der Versklavung zu retten. Was wiederum darauf hindeutet, dass Bösewichte und Schurken nicht einfach böse sind und damit Basta: es steckt stets eine Geschichte dahinter!

Übrigens hat Vlad Țepeș, der Blutsauger aus Transylvanien, einen indirekten Gastauftritt in meinem Mystery Thriller ACE DRILLER — wo weitere prickelnde Details zum bekanntesten Pfähler der Welt aufgedeckt werden …

 

 

 

😎 Ihr Lieblingslied hat mit grösster Wahrscheinlichkeit einen Bezug zu einem emotional wichtigen Ereignis. Quelle.

😎 Musik beeinflusst nicht nur unser Empfinden, sondern damit auch unsere Perspektive (und damit wiederum z.B. unser Urteil zu einer bestimmten Situation). Dies wurde in einer Studie an der Universität von Groningen nachgewiesen. Quelle.

😎 Je mehr wir für andere ausgeben, desto glücklicher sind wir. Was Grosszügigkeit von einem ungeliebten sozialen Muss zu einer befriedigenden Eigenschaft machen sollte. Quelle.

😎 Geld in Erlebnisse zu stecken bringt deutlich mehr Befriedigung als Geld in Materie zu investieren. Statt Dinge sollten wir also lieber Erinnerungen sammeln. Quelle.

😎 Die heutigen Kinder sind angespannter und neurotischer als der durchschnittliche Insasse einer psychiatrischen Anstalt in den 50er-Jahren. Was ziemlich beängstigend, aber nicht wirklich überraschend ist. Wenn man sich umsieht, bemerkt man schon bald, dass die Hälfte der Menschheit an Ängsten oder Depressionen leidet oder substanzenabhängig ist. Quelle.

😎 Gewisse religiöse Praktiken vermindern Stress. Das “American Psychiatric Publishing Textbook of Mood Disorders“ zeigt, dass Menschen, die regelmässig meditieren oder beten weniger gestresst sind. Quelle.

Geld macht glücklich!

😎 Geld macht glücklich – aber nur bis zur magischen Marke von 75’000 Dollar pro Jahr.
Für den durchschnittlichen Amerikaner trägt ein Verdienst von 75’000 Dollar jährlich deutlich zum Lebensglück bei, weil es von der Last der Armut befreit und einem ein gutes Stück Freiheit schenkt. Höhere Verdienste bringen noch mehr Freiheit, machen aber offenbar nicht zwangsläufig glücklicher. Quelle.

😎 Wenn wir uns mit glücklichen Menschen umgeben, macht uns das selbst auch glücklicher.
Nicht besonders überraschend, aber vielleicht eine kleine Erinnerung an die Lebensweisheit: Umgib dich mit Menschen, die dir wirklich wichtig sind und gut tun. Alles andere sind Energiefresser. Quelle.

😎 18-33jährige sind die gestresstesten Menschen auf dem Planeten. Alles ist im Umbruch oder im Aufbau: Beziehungen, Familie, Bildung, Job … der Steady State, das Gleichgewicht des Lebens, kommt erst nach dieser angespannten Phase. Quelle.

😎 Sich selbst überzeugen, man habe gut geschlafen, wirkt. Man fühlt mehr Energie, fühlt sich erholt – weshalb man diese Methode den Plazebo-Schlaf nennt. Quelle.

Kluge Menschen unterschätzen sich

😎 Kluge Menschen unterschätzen sich selbst, während dumme Menschen oft glauben, sie wären brillant. Man nennt dies den Dunning Kruger-Effekt. Es handelt sich um eine erkenntnismässige Einseitigkeit resp. Voreingenommenheit: Hochbegabte Menschen nehmen an, dass Dinge, die ihnen leicht fallen, allen anderen ebenfalls leicht fallen — während Minderbegabte so beschränkt sind, dass sie ihre eigene Dummheit nicht erkennen können. Quelle.

😎 Wenn wir uns an etwas Vergangenes erinnern, erinnern wir uns in Wahrheit an das letzte Mal, als wir die Erinnerung abriefen.
Was bedeutet, dass unsere Erinnerungen höchst fehleranfällig sind. Wie in einer menschlichen Telefonkette, bei der jeder dem Nächsten etwas ins Ohr weiterflüstert, wird der (resp. die Erinnerung) bei jedem Mal weiter verzerrt. Quelle.

😎 Unsere Entscheidungen sind rationaler, wenn wir sie in einer Fremdsprache denken.
Eine Studie an der Universität von Chicago zeigte, dass Koreanische Staatsbürger, die in einer Fremdsprache über etwas nachdachten, ihre Vorurteile oder Befangenheit deutlich reduzieren konnten. Quelle.

😎 Wenn wir unsere Ziele aussprechen, ist die Chance geringer, dass wir sie erreichen.
Seit 1930 wurde in Versuchen mehrfach bewiesen, dass wir besser fahren, wenn wir unsere Ziele für uns behalten, bis wir sie wirklich anpacken oder erreicht haben. Quelle.

Wie die meisten modernen Menschen nutze ich das Internet gerne und viel — in meinem Fall vorwiegend für Recherchen zu meinen Romanen.
Manchmal fühlt sich das Surfen im Netz an wie ein Heimspiel, denn schliesslich wurde das Internet 1989 in der Schweiz erfunden (oh ja!), als Projekt des CERN —welches wiederum eine tragende Rolle in meinem Thriller ACE DRILLER – Das Prometheus-Gen spielt … but that’s another story.

Das Akronym des Internets — WWW — kennt inzwischen jeder. Allerdings hat dieses Kürzel für mich als Mystery Thriller-Autor noch eine andere, ebenso wichtige Bedeutung als World Wide Web. Denn www steht auch auf jener Tür, die ich täglich öffne, um auf die andere Seite zu gelangen. Ins Reich des Mysteriums. Ins Alles-ist-möglich-Land.

www = „Was wäre wenn … “

In meiner Welt verschmelzen die beiden www-Bedeutungen zu einem geheimnisvollen Wunderland, wo Fakt und Fiktion sich vermählen und dabei den Thriller gebären.
Denn der Thrill ist überall, im Internet, in Büchern, im echten Leben. Altbekannte Ausdrücke finden im Internet neue Bedeutungen und werden beunruhigender als zuvor. So war beispielsweise ein Troll früher ein unheimliches, oft riesiges, plumpes Naturwesen, während der moderne (Internet-) Troll ein Mensch ist, der absichtlich Online-Community-Mitglieder stört, sie provoziert oder beleidigt.

Die Persönlichkeit hinter dem Troll

Liest man im Internet nach, was einen modernen Troll so ausmacht, was für Persönlichkeiten (resp. Persönlichkeitsstörungen) dahinterstecken, landet man in jenen zwielichtigen Grenzgebieten, wo die wahre Welt auf das Reich der Fiktion trifft.
Denn Trolle, liebe LeserInnen, sind Menschen mit einem schauerlichen Charakterprofil.
Menschen, denen man im Thriller ebenso begegnet wie im echten Leben.

Die dunkle Triade

Trolle sind eine Realität und ein modernes Übel. Studien kommen zum Ergebnis, dass viele Trolle die Persönlichkeitsmerkmale der sogenannten Dunklen Triade (Dark Triad) in sich vereinigen. Diese Eigenschaften sind:
* Narzissmus
* Machiavellismus
* (subklinische) Psychopathie

Kommt zu diesen Qualitäten noch eine Portion Sadismus dazu, so spricht man gar von der Dunklen Tetrade — einer gräulichen Kombination, die destruktive und ausbeuterische Persönlichkeiten beschreibt.
Wir sprechen hier von Menschen, die anderen gegenüber oft gefühllos und manipulativ sind. Das Erschreckende: obwohl diese Qualitäten gesellschaftlich im Prinzip unerwünscht sind, scheinen sie (z.B. für Führungskräfte) ein Sprungbrett zum Berufserfolg zu darzustellen. Man kann die Eigenschaften der Dunklen Triade somit als Fehlanpassung an die Gesellschaft sehen — oder im Gegenteil als eine Anpassung, die den Betroffenen einen (Überlebens-)Vorteil bringt.

Wir sprechen hier also nicht von Serienmördern, sondern von Menschen, denen wir tagtäglich begegnen. Menschen, die es oft mit Leichtigkeit schaffen, uns zu blenden, zu manipulieren, zu verführen. Alltägliche Menschen, die uns — sähen wir hinter ihre Fassade — in Angst und Schrecken versetzen würden.
Menschen also, die erstklassiges Material für den Thriller liefern. Weil es sie wirklich gibt. Wahrscheinlich in einer Zig-Millionenauflage.

Die dunkle Tetrade

Michael Coppola, der Mafioso aus meinem Roman „Der Screener“, ist ein Paradebeispiel für einen Vertreter der Dunklen Tetrade. Hatte ich ihn zuerst als ‚reinen‘ Psychopathen konzipiert, realisierte ich erst später, dass er alle vier Qualitäten in sich vereinigt. Und als Psychopath erster Güte hat er noch einige schlimme Dinge mit der Welt vor …
Wie auch immer: seid achtsam, denn Trolle treiben sich nicht nur im Internet herum. Wenn euer Chef eine Vorliebe dafür zeigt, seine Angestellten zu unterdrücken, oder wenn ihr euch von einem Mitarbeiter oder Familienmitglied manipuliert fühlt, dann wird’s Zeit, sich zu wehren und den Trollen eins auf die Nase zu geben: 

 

 

 

Apropos Troll: kennst du schon Mr. Samael Janoda aus dem Thriller Tödlicher Schatten … ?

Was genau, Bitteschön, ist ein Künstler? Onkel Google sagt: Ein Künstler ist ein „Mensch, der beruflich im Bereich der Kunst tätig ist, Kunstwerke schafft oder darstellend interpretiert.“ Zu dieser Gilde gehören also zum Beispiel Kunstmaler, Musiker und Schriftsteller.
Aha.
Künstler sind aber auch Menschen, die von ihrer Kunst leben wollen. Oder müssen. Einige sind Ausnahmetalente oder haben Glück oder beides: sie werden entdeckt, haben Erfolg, jede Mange Fans, machen einen Haufen Kohle, und das Leben ist ein Ponyhof.
Die anderen brauchen Marketing.

Wie der Fisch das Fahrrad

Fragt man den typischen Künstler, so braucht er das Marketing wie der Fisch das Fahrrad. Marketing ist für Künstler etwa so genussvoll wie Goethe für Legastheniker, wie Tango für Einbeinige, wie Hängebrücken für Menschen mit Höhenkoller. Denn die meisten Künstler verbringen ihre Zeit am liebsten mit ihrer Kunst, und nicht mit der krampfhaften Suche nach einem Publikum. Aber ohne Publikum wird’s schwierig. Nicht nur, weil die Freude und Anerkennung der Fans und Community das Salz in der Suppe sind, sondern weil man ja von was leben muss. Kein Wunder, dass man unter Taxifahrern und Serviceangestellten eine beeindruckende Schar von brotlosen Künstlern findet.
Doch warum fällt es dem Künstler so schwer, für sich selbst die Werbetrommel zu rühren? Ganz einfach: Künstler sind, pauschal gesagt, selten die geborenen Selbstvermarker.

Marketing – das notwendige Übel?

Nachdem ich mir über die Jahre bewiesen habe, dass ich es mit der Schriftstellerei ernst meine, folgt die Konsequenz auf dem Fuß. Während ich in meine Schreibe bezüglich Stil, Form, Aufbau und anderen Facetten viel Fleiss und Schweiss investiert habe, erkenne ich, dass ich das Marketing sträflich vernachlässigt habe. Okay, das war eine dreiste Untertreibung, euer Ehren: ich habe mich davor versteckt. Mich gedrückt. Bis vor kurzem.

Das Internet und unzählige Fachleute – alles Spezialisten der Buchvermarktung – sind ein Ozean von Meinungen, welchen Kanal man nun strapazieren sollte, um als Schreiberling seine Community zu finden. Facebook, Twitter, Instagram, Blog, Newsletter und vieles mehr … doch welches ist meine Schiene?

Vom Wort zur Stimme

Ein Dreh- und Angelpunkt des Marketings ist es, zu erkennen, was am besten passt. Zu einem selbst und zum Produkt, das man vermarkten will. Was für eine Marketing-Strategie passt denn zu einem Buch? Würde ein perfekt verfilmter Trailer mich dazu motivieren, das Buch zum Trailer zu kaufen, es zu lesen? Ich bezweifle es. Lesen und Filme-Gucken sind verschiedene Planeten mit ganz verschiedenen Bewohnern. Was hingegen zum Buch passen kann, ist die Stimme. (Ich verweise auf meinen Blog Post „Vom Wort zur Stimme.„)

Marketing und Stimme wiederum führen auf direktem Weg zum Radio – einem der coolsten und effektivsten Kanäle für die Präsentation seines Werks. Ich habe die Ehre, dass Radio Rock Antenne meinen Thriller Tödlicher Schatten (gelesen von Bodo Primus) im letzten Quartal 2017 ausstrahlt, weitere Radiostationen haben bereits Interesse bekundet.

Als bekennender Hörbuch-Junkie habe ich solche Freude am Medium Hörbuch, dass ich bereits plane, auch meinen Thriller Ace Driller als Hörbuch vertonen zu lassen. Wenn alles klappt, bereits im Januar 2018.

Medien und Kanäle gibt es also viele – aber jeder Künstler bedenke und analysiere, welches Medium zu seiner Kunst passt!

Fiktive Familie

Es wird wohl wenige SchriftstellerInnen geben, die das Marketing genauso anregend finden wie das eigentliche Schreiben des Romans. Aber der wachsende Kontakt zu einer begeisterten und treuen Leserschaft kann durchaus eine Belohnung in sich sein. Wenn ich mir vorstelle, mit einer Gruppe von verschworenen, mutigen und fantasiebegabten LeserInnen über viele Jahre die geheimen Dimensionen meiner eigenen Fiktion zu ergründen, fühle ich eine wohlige Gänsehaut. Somit danke ich euch allen, die ihr zu mir respektive meinen Büchern gefunden habt. Auf das Risiko hin, schwülstig zu klingen: Ihr seid mehr als eine Marketing-Zielgruppe. Ihr seid meine Mystery-Familie!

Bild: Unsplash

Kürzlich reiste ich zum Seminar „Sprechtraining für Autoren“ nach München, um bei der Radiomoderatorin und Sprech-Coachin Brigitte Mayer mehr über Stimme und Stimmbildung zu erfahren. Das Seminar war erste Sahne, ebenso (inter-)aktiv wie lehrreich, eine Türe zu einer Welt, der wir im Alltag viel zu wenig Beachtung schenken. Denn die Stimme ist etwas Magisches. (Siehe auch meinen Blog Post „Goethe für Legastheniker„)

Stimmen sind hörbare Stimmungen (Andreas Tenzer)

Warum sollte sich ein Autor, ein „Homo Scribens“, ein Mann / eine Frau des Schreibens, mit der Stimme befassen? Für unsereins gibt’s doch das geschriebene Wort, Feder und Tinte, Tasten und Bildschirm.

Könnte man meinen.

Aber Worte wirken gedruckt oder auf dem e-Reader anders als in der Welt des Schalles.

Die menschliche Stimme ist ein Wunder der Natur. Sie prägt das Bild unserer Persönlichkeit wie ein akustischer Fingerabdruck. Viele berühmte Menschen – egal, ob gut oder böse, ob Jesus, Gandhi oder Hitler – benutzten sie als ihr Hauptinstrument. Die Stimme kommuniziert weit mehr, als der Wortinhalt alleine es tut. In Sekundenbruchteilen gibt sie uns Informationen zu Geschlecht, Alter, gesellschaftlichem und kulturellem Hintergrund eines Menschen, zu seiner Stimmung, seinen Absichten, seinem Charakter. Wörter, die den Begriff „Stimme“ beinhalten, sind oft essentiell: Stimmig. Abstimmen. Übereinstimmen. Bestimmen. Umstimmen. Dito für Redewendungen: Der eigenen Stimme folgen. Die Stimme des Blutes. Die Stimme des Volks. Der Stimme des Herzens / des Gewissens folgen. Eine Stimme wie ein Reibeisen. Gold in der Kehle haben.

Zudem ist die Stimme eine sinnliche Erfahrung. Beim Reden und Singen verwenden wir den eigenen Körper als Resonanzkasten, fühlen also (bewusst oder unbewusst) die Vibrationen, die wir bei bestimmten seelischen Stimmungen selbst verursachen. Faszinierend, wie Spock sagen würde.Yves Patak Schriftsteller www.PatakBooks.com Spock Faszinierend

Einstimmig für die Stimme

Was liegt also näher, als einem Buch (s)eine Stimme zu verleihen? Ist doch ein Kinderspiel, schliesslich sprechen wir Erwachsene schon seit vielen Jahren, täglich, sind routiniert …

Pustekuchen!

Das Problem fängt schon beim Lesen an. Ist euch schon mal aufgefallen, dass wir beim Lesen „innerlich mitlesen?“ Meistens tun wir dies stumm, aber das Hirn imitiert den Vorlese-Prozess dennoch, was unter anderem dazu führt, dass die meisten von uns ziemlich langsam lesen; das Hirn könnte es nämlich viel, viel schneller, siehe Speed-Reading.

Die nächste Herausforderung ist es nun, die „automatische innere Stimme“ akustisch so hinüberzubringen, dass sie das volle Potenzial des gesprochenen Wortes vermittelt. Jeder Hörbuch-Junkie (wie ich selbst) weiss, was für eine magnetische, hypnotische Wirkung die Erzählung eines begabten, dazu trainierten Sprechers hat, was für Dimensionen sie eröffnet. Der Haken an der Sache ist, dass die Stimme und ihr Gebrauch etwas so Hochkomplexes ist, dass das Sprechen von Hörbüchern (zu Recht) zu einer eigenen Berufsgattung geworden ist. Was nicht bedeutet, dass wir Schreiberlinge die Hände (resp. die Stimmbänder) davon lassen sollen.

Tatsache ist: nur wenigen Schriftstellern ist es möglich, den eigenen Zeilen die „perfekte“ Stimme zu verleihen. Niemand verlangt absolute Perfektion, aber gewisse Eckpfeiler tragen beim Hörer deutlich dazu bei, ob das Gehörte ein Genuss oder eine Zumutung wird. Die Stimme sagt so viel über den Sprecher, die Sprecherin aus, dass es fast unheimlich ist. Und tatsächlich kommen unheimlich viele Faktoren zusammen, die über Wonne oder Flucht des Hörers entscheiden: Stimmlage, Timbre, Betonung, Tempo, Achtsamkeit, Atem, Lautstärke, Pausen … das Sprechen eines Textes entspricht einer Reise ins Kulinarische. Es gibt alles, von McDonald’s bis zur Haute Cuisine. Und Spitzenköche, so weiss man, müssen lange trainieren, bis sie sich ihre Toques verdient haben.

Diesen Gedanken folgend begann ich vor einem Jahr mit Gesangsunterricht; einerseits, damit meine Gitarre nicht ständig solo unterwegs ist, andererseits mit der Absicht, meine Stimme auch für Lesungen und vielleicht gar für das Vertonen meiner Bücher (oder mindestens meiner Short Storys) fit zu machen. Dabei fand ich neben den technischen Herausforderungen etwas ganz Verblüffendes: Die Stimme ist unerbittlich, eine Richterin, die das eine Ding verlangt, von dem man Schweissausbrüche kriegt: Ehrlichkeit.

Die Geissel Ehrlichkeit

In der Stimme wohnt unsere Seele. Jeder Gesprächspartner oder Zuhörer kann aus ihr heraushören, wie wir drauf sind. Ausgeglichen oder muffig, innerlich bebend oder ein Fels in der Brandung … ja, man kann bei vielen Menschen einen grossen Teil des Charakters aus der Stimme lesen. Wie Georg Christoph Lichtenberg es ausdrückte: „Eine Angenehme Stimme ist sehr oft mit sonst übrigens guten Eigenschaften des Leibes und der Seele verbunden.“ Wenn wir AutorInnen also bei einer Lesung vor einem Publikum stehen, ist es, als wären wir mit einem Hightech-Lügendetektor verkabelt. Ein Bild des Schreckens.

Doch die Stimme kann vom fiesen Enthüller zum Lehrer werden. Wenn man sich um sie kümmert, sich mit ihr befasst. Unzählige Bücher und Coaches erzählen uns vom „Entfesseln des eigenen Potentials“, und sie alle haben Recht. Als Erwachsene glauben wir, dass wir richtig gehen, stehen, atmen, reden. Dabei kann uns jeder Profi in jenen Bereichen in kürzester Zeit aufzeigen, dass es massive Verbesserungsmöglichkeiten gibt. Schade nur, dass wir keine Zeit haben. Schliesslich gibt es Wichtigeres, wie TV, Nachrichten, mit den Kumpels ausgehen, Shopping, Kino und dergleichen.

Alles kann man besser machen

Doch zurück zur Stimme. Natürlich ist auch die Stimme ein Bereich, wo gewisse natürlich Grundpfeiler stehen, wo Genetik, Persönlichkeit und andere, wenig veränderbare Faktoren eine Rolle spielen. Doch wie man so schön sagt: Alles kann man besser machen, und von nichts komm nichts. Für mich gibt es nichts Naheliegenderes, als mich künftig intensiver um die Stimme zu kümmern – die meine und die der anderen. Als psychologischer Berater, Hypnosetherapeut und Schriftsteller bin ich auf allen Ebenen ein Mann des Wortes. Und dem Wort wird nicht Red Bull Flügel verleihen, sondern Übung. Denn Stimmbildung ist intensives Training, egal, ob es um Gesang oder ums (öffentliche) Reden geht. Wenn man mich heute fragen würde, in was zu investieren sich lohnt, käme die Stimme lange vor Gold oder Novartis-Aktien. Denn die Stimme widerspiegelt unser Ich und unsere Entwicklung.

Der Profi

Ein sehr „stimmiger“ Höhepunkt meiner Schriftstellerkarriere ist deshalb die Tatsache, dass ich für die Vertonung meines Thrillers „Tödlicher Schatten“ den renommierten Sprecher Bodo Primus gewinnen konnte, einen Mann, der mit seiner markanten Stimme ein Millionenpublikum von Hörbuch-Liebhabern begeistert hat. Eine Hörprobe dazu gibts bei Audible: Tödlicher Schatten.

Das „Abenteuer Stimme“ hat für mich jedenfalls eben erst begonnen!

Gewisse Themen muss man einfach strapazieren. Weil sie wichtig sind. Noch Fragen? Ähm – sorry: Vielleicht sollte ich mit dem eigentlichen Thema beginnen. Mit Gorillas. Natürlich könnten es auch Elefanten, Wölfe, Säbelzahntiger oder Teufelsnachtschwalben sein, aber heute sind die Gorillas dran – stellvertretend für den Menschen vor dem Schritt in die Zivilisation. Was das Ganze mit dem Thriller zu tun hat? Kommt gleich!

Konventionen und die Unterdrückung unserer Natur

Der Mensch – witzigerweise Homo Sapiens genannt, also der weise/kluge/gescheite/vernünftige Mensch – hat etwas erschaffen, was wir Zivilisation nennen. Kernpunkte dieser Zivilisation sind zum Beispiel, dass wir uns selbst Regeln auferlegt haben, die unserer Natur voll gegen den Strich gehen. Ob Bibel oder Gesetzestext: wir sollen nicht töten, sollen nicht unseres Nächsten Weib begehren (selbst wenn sie uns zum Pokerabend einlädt), und wir sollen nicht das Gesetz in die eigene Hand nehmen. Wenn uns also einer blöd kommt, uns verbal angreift oder bedroht, muss jeder aggressive Instinkt einem zivilisierten Gespräch weichen, und wenn’s dann nicht anders geht, gehen wir ebenso artig zur Polizei, damit diese sich um den Konflikt kümmert.

Das verbindende Element: wir sollen unsere tierische Natur schlicht unterdrücken und verleugnen. Denn wir sind der Homo Sapiens und haben mit dem niederen Tier, das wir einst wahren, nichts gemeinsam – gar nichts. Vielleicht hat die Bibel ja sogar recht, und wir alle stammen aus der göttlich-inzestuösen Sippe von Adam, Eva, Kain, Abel und Set. Oh Kopfkino, lass ab!

Darwin vs. biblischer Inzest

Betrachtet man jedoch die Evidenz, so kommt zumindest mir die Evolutionstheorie um Welten plausibler vor. Denn rein genetisch sind wir Affen, unterscheiden wir uns doch um weniger als zwei DNA-Prozent von Bonobos und Gorillas . Womit wir wieder beim Thema wären: Was zum Geier haben Gorillas mit Thriller zu tun?

Ganz einfach. Gorillas leben ihre Natur aus. Es geht ihnen, wie uns, ums Überleben, um die Sicherung der Nahrung, um die Fortpflanzung. Nur, dass die Gorillas das Handwerk dazu nicht an Justiz, Polizei, Wirtschaft und Versicherungen delegieren. Das Alpha-Männchen, ein stattlicher Silberrücken, erkämpft sich seine Position, wieder und wieder – bis ein Stärkerer ihn vom Thron schubst. Das einfache Gorillamännchen holt sich sein Weibchen, durch Verführung oder Gewalt sei dahingestellt, und kümmert sich nicht darum, ob jenes Weibchen schon einem anderen gehört. Und auch bei der Nahrungsbeschaffung gilt: der Schnellere ist der Geschwindere.

Darwin vs. biblischem Inzest

Photo by Vincent van Zalinge on Unsplash

In diesem Gorilla-Leben sind Konflikte an der Tagesordnung, Kampf und Gefahr – der Thrill – gehören zum Alltag. Und vielleicht liegt hier der Hund begraben: Wir Menschen – und ich spreche in erster Linie von den Stadtmenschen sozial privilegierter Länder –  haben den Lebenskampf wegrationalisiert, respektive in den virtuellen Raum verschoben. Statt sich die Alpha-Position mit nackten Fäusten zu erkämpfen, verbringen wir zwölf Stunden täglich in einem Grossraumbüro vor einem Flachbildschirm, in Anzug und Krawatte (wobei letztere zwei Attribute auf Rang, Lohn und Penislänge hinweisen). Und selbst wenn unser narzisstischer, schikanierender Boss ein dicklicher Brillenträger mit Asthma ist, dürfen wir ihn nicht aus dem Weg prügeln oder zum Duell herausfordern. Nein, wir unterdrücken jeden Anflug von Frust und Aggression und spielen weiter, gemäss jenen Homo Sapiens-Spielregeln, die uns Magengeschwüre, Migräne und den Herzinfarkt bescheren.

Globale Heuchelei

Auch ausserhalb des Geschäfts strampeln wir im Spinnennetz jener Gesetze, die wir uns selbst eingebrockt haben – Gesetze, die direkt mit unserer tierischen Natur kollidieren. Wir haben von den Eltern und der Gesellschaft gelernt, dass es gut ist, gut zu sein; dass es richtig ist, keine Gewalt anzuwenden und auch die andere Wange hinzuhalten. Wenn uns bei einer Kampfscheidung die Mordlust überkommt, legt uns der Anwalt kopfschüttelnd die Hand auf die Schulter und erinnert uns daran, dass es zwanzig Jahre Knast dafür gibt, dem Impuls – dem im Tierreich völlig natürlichen, überlebensnotwendigen Impuls – des Tötens nachzugeben.

Doch nun folgt das Paradoxe: Obwohl ein Teil unserer Selbst sich so gerne als liebevollen Gutmenschen sieht, glaubt ein anderer, atavistischer Teil diesen Blödsinn nicht einmal im Ansatz. Und vielleicht ist es genau jener wilde Teil, der sich unaufhaltsam durch die Maschen unseres „Wir sind doch keine Tiere!“-Mantras beisst. Jener Teil, der uns dazu bringt, uns täglich die Tagesschau mit ihren tausend Schrecken reinzuziehen. Thriller zu lesen, bei denen es einem kalt über das Rückgrat läuft. Videospiele zu spielen, bei denen Blut und Hirnmasse durch die Gegend spritzt. Interessanterweise sind die wahren Renner unter den Video-Games stets Gewaltspiele, gut 70% aller Spiele gehören zu dieser Kategorie.

All dies weist darauf hin, dass wir uns in eine globale Heuchelei manövriert haben. Einerseits haben die meisten von uns die Fähigkeit zu Liebe und Empathie (wie Gorillas und andere Säugetiere übrigens auch). Gleichzeitig ist da auch die andere Seite. Die unerbittliche „Kampf-oder-Flucht“-Seite, die wir mit solcher Inbrunst verdrängen – schliesslich wollen wir nicht wie die Tiere sein, um Gottes Willen!

Feigheit und Projektion

Wir sind zu „gut“ und gleichzeitig zu feige geworden, Abenteuer zu erleben. Wir delegieren und projizieren diese auf die fiktiven Welten eines James Bond, Harry Potter oder Jack Sparrow, auf Computerspiele und Virtual Reality. Wir unterdrücken unsere tierischen Instinkte mit solcher Vehemenz, dass das Bedürfnis nach seelischen Druckventilen enorm geworden ist. Womit wir wieder beim Thriller im weitesten Sinn wären.

Virtuelle Welt

Photo: Glenn Carsten Peters – Unsplash

Der Mensch sucht den Thrill. Braucht den Nervenkitzel. Vielleicht, weil wir eben doch Tiere sind und den wahren Lebenskampf vermissen. Vielleicht, weil wir das Fight-of-Flight-Leben während Jahrtausenden eingeübt haben und es uns nun tief in den Genen steckt. Wenn also wieder einmal ein netter Zeitgenosse, ein christlicher Weltverbesserer mit hoher Moral und Ethik, das „Böse“ und die Gewalt in Buch und Film kritisiert, mag er darüber nachdenken, ob ohne jene Ventile vielleicht bald wieder tierische Verhältnisse auf der Welt herrschen würden.

Was vielleicht nicht das Schlechteste wäre …

Was haben Skorpion und Fiktion gemeinsam? Eine Frage, die nach der klassischen Antwort verlangt: „Das ist eine lange Geschichte.“

Du magst sie hören? Setzt dich hin. Ich erzähl sie dir gerne!

Zunächst mal: Ich bin ein bekennender Fiktion-Junkie, und du, geschätzte Besucherin, geschätzter Besucher dieses Blogs, auch. Nehmen wir den Thriller also ruhig als eine von vielen Drogen wahr. Allerdings als Droge mit Sonderstatus. Denn sämtlichen anderen Drogen fehlt etwas – ob Heroin, Crystal Meth, X-Box,  TV, Sex, Junk Food, Schokolade oder Zigaretten. Klar, sie alle bringen den momentanen Kick, das flüchtige gute Gefühl … und dann war’s das schon.

Fiktion jedoch, Mesdames et Messieurs, ist anders.

Alles ist Energie

Die moderne Quantenphysik belegt, dass alles Energie ist. Alles. Erde, Bäume, Häuser, unser Körper, unsere Gedanken. Bei der Fiktion – beim Kreieren wie beim Lesen – fokussieren wir Energie auf das Erschaffen von innerer Realität. Das Erschaffen von Welten. Wir richten Fokus, Achtsamkeit und somit Hirn-Energie auf unsichtbare parallele Dimensionen, schmücken und färben sie mit Liebe, Angst, Sehnsucht, Leidenschaft und Wut … und manchmal geschieht etwas. Manchmal erleben wir, wie nachhaltig jene Welten, die traditionell als „reine Fantasie“ abgetan werden, in uns weiterwirken. Uns verändern. Uns stärken, beschützen, beglücken, uns Sinn verleihen. Beim Lesen und beim Schreiben.

Als ich noch Skorpion war

Bis zu meinem 35. Altersjahr lebte ich in der Überzeugung, astrologisch ein Skorpion zu sein, wurde ich doch am 22. November geboren, und auf fast allen Zuckertütchen wird man bei diesem Datum den Skorpiongeborenen zugeteilt. Logo, dass ich mich als Teenager für Astrologie interessierte. Erst später, als meine bessere Hälfte, eine der coolsten Astrologinnen der Schweiz, mir mitteilte, dass ich in der ersten Minute des Schützen geboren wurde, änderte sich mein Weltbild. Wie man mitten im Leben sein Sternzeichen wechselt, ist wohl eine Story für sich, aber vorerst mal zurück zum Skorpion …

Verbrannte Erde

Yves Patak Schriftsteller www.PatakBooks.com Skorpion Kraftbild Sternzeichen Fiktion Schöpfung

Im festen Glauben, ein plutonischer, stets stichbereiter Skorpion zu sein, las ich Bücher über Skorpiongeborene. In einem jener Bücher kam ein Abschnitt vor, der mein Leben verändern sollte:
„Der Skorpion ist ein Meister im Überleben auf verbrannter Erde; er ist zäh, beinahe unzerstörbar, er kämpft bis zum bitteren Ende, während andere schon längst aufgeben …“

 

Verbrannte Erde. Was für ein Bild! Obwohl ich von diesem militärischen Begriff nie gehört hatte, war die Vision glasklar. Ich sah mich als menschengrossen Skorpion auf dampfender, verkohlter Erde stehen, breitbeinig (als Skorpion besonders eindrucksvoll), Zangen und Stachel erhoben, die Miene entschlossen, selbstsicher, knallhart, der geborene Überlebenstyp.

Kraftbild

Yves Patak Schriftsteller www.PatakBooks.com Lava Schöpfung Skorpion Verbrannte ErdeDas Bild setzte sich in mir fest, entwickelte eine Eigendynamik. In so vielen schwierigen Lebenssituationen half es mir, durchzubeißen, nicht aufzugeben, taff zu sein, nicht in die Opferrolle abzudriften. Ich war ein Skorpion, durch und durch.

Das Verrückte war aber der Moment, als ich erfuhr, dass ich Schütze bin. Obwohl ich mich schon bald innerlich neu ausrichtete, änderte das nichts an meinem Kraftbild. Nicht das Geringste. Der Skorpion in mir hatte über die Jahre so viel Energie, so viel Aufmerksamkeit erhalten, dass ich mich weiterhin als Rocky fühle, als ‚Die Hard‘ John McClane, als einer, der sich nicht unterkriegen lässt.  Im Arzt- und Selfpublisher-Business sehr hilfreich!

Schöpfung

Ob die Grenzen der Fiktion und damit der Kreation damit erreicht sind, steht in den Sternen. Es gibt genug Romane, bei denen es um das Thema der Kreation durch Fiktion geht. So wie Dr. Frankenstein seine Kreatur erschuf, so spielen etliche Schriftsteller mit dem Gedanken, dass ihre geistigen Kinder tatsächlich ‚geboren‘ werden und manchmal sogar eine Eigendynamik entwickeln – wie etwa in Stephen Kings Thriller Stark – The Dark Half.

Dabei geht es nicht um Größenwahn und Allmachtsgedanken, sondern um die instinktive Frage des Schriftstellers, ob seine Schöpfung tatsächlich nur in seinem Gehirn existiert – oder auch „irgendwo da draußen.“ In der realen Welt. Oder einer parallelen Dimension, die vielleicht erschreckend nahe an der unseren existiert, getrennt von filigranem Gedankenstoff. Es könnte sein, dass das Schöpfen von Figuren und Handlungen eine Tür zu etwas öffnet, das unser Leben verändert.Yves Patak Schriftsteller www.PatakBooks.com Skorpion

Ob ich daran glaube?

Ich antworte mit einem entschiedenen Vielleicht!

Manchmal begegnet uns der lautlose Tod. Manchmal lässt uns das Grauen verstummen. Wie die meisten Thrillerautoren halte ich überall Ausschau nach Elementen, die für eine Gänsehaut taugen (und wer steht schon nicht auf Gänsehaut …?) Da ich vorwiegend Mystery Thriller schreibe, kommen diese Elemente oft aus dem offiziellen Universum der Fantasie. Allerdings muss ich bei weitem nicht immer auf das Übernatürliche zurückgreifen, um die Zähne zum Klappern zu bringen. Das reale Leben, der Alltag, bietet ein eindrückliches Arsenal des Schreckens. Manchmal wird der Horror von einem Todesschrei begleitet. Manchmal lässt uns der lautlose Tod mit Grauen verstummen.

Für Hänsel und Gretel lauert die Gefahr im Wald. In „Der Herr der Ringe“ können Bäume sprechen und sich fortbewegen, sind durchaus kriegerisch; im „Talisman“sind die Bäume schlicht böse. Doch da gibt es auch einen echten Wald, einen Wald, der bei weitem gefährlicher ist als jeder andere auf dieser Welt.

Schon einmal vom Roten Wald gehört?

Der Rote Wald, gut zehn Quadratkilometer gross, gehört zur Sperrzone von Tschernobyl, dem verbotenen Gebiet mit der weltweit stärksten Strahlenverseuchung. Die Explosion in Tschernobyls Reaktor Nr. 4 im Jahre 1986 segnete die Region mit einer Strahlenbelastung, die dem zwanzigfachen der Atombomben von Hiroshima und Nagasaki entsprechen. Moment mal … „Strahlenbelastung“, das klingt irgendwie so abstrakt, so klinisch. Wollen wir uns einmal anschauen, was das für einen verstrahlten Menschen bedeutet? Je nach Strahlenbelastung treten Symptome auf wie Kopfschmerzen, Übelkeit, unkontrollierte Blutungen in Mund, Darm, unter der Haut, Fieberdelirium, Koma – und schliesslich Tod. Bei schwersten Strahlenkatastrophen kommt es auch schon mal zur Walking Ghost Phase, einem Zeitraum von mehreren Tagen, an dem sich der Verstrahlte nach anfänglicher extremer schwäche anscheinend erholt. Doch dann folgt die Sterbephase mit raschem Zelltod. Und nein, es ist kein schönes Sterben.Yves Patak Schriftsteller Der lautlose Tod
Doch zurück nach Tschernobyl. Interessanterweise hat sich die Tierwelt in der Region seit der Atomkatastrophe nicht nur erholt, sondern vervielfacht. Schon in den ersten zwei Jahren nach der Explosion nahm der Bestand an Wildschweinen um das Achtfache zu. Allerdings finden sich auch Hinweise auf Mutanten, auf genetisch veränderte Vögel und andere Tiere.

Radioaktivität. Mutanten. Der lautlose Tod.

Der wahre Schrecken jedoch liegt in den Bäumen selbst. Nach der Reaktorexplosion starben tausende von Tannenbäumen, verfärbten sich durch die Strahlung rötlich (daher der Name Red Forest). Die meisten Bäume wurden im Rahmen der Aufräumarbeiten plattgewalzt und vergraben, weil sie die meiste Radioaktivität abbekommen haben. Gewisse Quellen (Quora.com) behaupten, dass die Strahlung auf den Bäumen auch Bakterien und Pilze abtöten, weshalb die Bäume nicht verrotten: es sind ewige Tote, radioaktive Mumien.
Falls es in jener Region also je zu einem Brand kommen sollte – z.B. durch Blitzschlag, was ja durchaus möglich ist – würde mit den Flammen eine gewaltige radioaktive Wolke in die Atmosphäre gelangen und über die ganze Erdkugel wandern.
Radioaktivität. Mutanten. Ewige Stille. Der lautlose Tod.
Durch die wogenden Nebel meiner Thriller bewegen sich zwei Gestalten, denen die Idee gefällt. Mehr als das. Das Konzept törnt sie förmlich an. Da wäre der Mafioso und Soziopath Michael „Die Flamme“ Coppola … und da wäre der dämonische Ûraton. Beide überlegen, wie sie eine solche globale Katastrophe zu ihrem eigenen Nutzen provozieren könnten.
Die einzige Frage ist, welcher der beiden Schurken der Schnellere sein wird …