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😎 Ihr Lieblingslied hat mit grösster Wahrscheinlichkeit einen Bezug zu einem emotional wichtigen Ereignis. Quelle.

😎 Musik beeinflusst nicht nur unser Empfinden, sondern damit auch unsere Perspektive (und damit wiederum z.B. unser Urteil zu einer bestimmten Situation). Dies wurde in einer Studie an der Universität von Groningen nachgewiesen. Quelle.

😎 Je mehr wir für andere ausgeben, desto glücklicher sind wir. Was Grosszügigkeit von einem ungeliebten sozialen Muss zu einer befriedigenden Eigenschaft machen sollte. Quelle.

😎 Geld in Erlebnisse zu stecken bringt deutlich mehr Befriedigung als Geld in Materie zu investieren. Statt Dinge sollten wir also lieber Erinnerungen sammeln. Quelle.

😎 Die heutigen Kinder sind angespannter und neurotischer als der durchschnittliche Insasse einer psychiatrischen Anstalt in den 50er-Jahren. Was ziemlich beängstigend, aber nicht wirklich überraschend ist. Wenn man sich umsieht, bemerkt man schon bald, dass die Hälfte der Menschheit an Ängsten oder Depressionen leidet oder substanzenabhängig ist. Quelle.

😎 Gewisse religiöse Praktiken vermindern Stress. Das “American Psychiatric Publishing Textbook of Mood Disorders“ zeigt, dass Menschen, die regelmässig meditieren oder beten weniger gestresst sind. Quelle.

Geld macht glücklich!

😎 Geld macht glücklich – aber nur bis zur magischen Marke von 75’000 Dollar pro Jahr.
Für den durchschnittlichen Amerikaner trägt ein Verdienst von 75’000 Dollar jährlich deutlich zum Lebensglück bei, weil es von der Last der Armut befreit und einem ein gutes Stück Freiheit schenkt. Höhere Verdienste bringen noch mehr Freiheit, machen aber offenbar nicht zwangsläufig glücklicher. Quelle.

😎 Wenn wir uns mit glücklichen Menschen umgeben, macht uns das selbst auch glücklicher.
Nicht besonders überraschend, aber vielleicht eine kleine Erinnerung an die Lebensweisheit: Umgib dich mit Menschen, die dir wirklich wichtig sind und gut tun. Alles andere sind Energiefresser. Quelle.

😎 18-33jährige sind die gestresstesten Menschen auf dem Planeten. Alles ist im Umbruch oder im Aufbau: Beziehungen, Familie, Bildung, Job … der Steady State, das Gleichgewicht des Lebens, kommt erst nach dieser angespannten Phase. Quelle.

😎 Sich selbst überzeugen, man habe gut geschlafen, wirkt. Man fühlt mehr Energie, fühlt sich erholt – weshalb man diese Methode den Plazebo-Schlaf nennt. Quelle.

Kluge Menschen unterschätzen sich

😎 Kluge Menschen unterschätzen sich selbst, während dumme Menschen oft glauben, sie wären brillant. Man nennt dies den Dunning Kruger-Effekt. Es handelt sich um eine erkenntnismässige Einseitigkeit resp. Voreingenommenheit: Hochbegabte Menschen nehmen an, dass Dinge, die ihnen leicht fallen, allen anderen ebenfalls leicht fallen — während Minderbegabte so beschränkt sind, dass sie ihre eigene Dummheit nicht erkennen können. Quelle.

😎 Wenn wir uns an etwas Vergangenes erinnern, erinnern wir uns in Wahrheit an das letzte Mal, als wir die Erinnerung abriefen.
Was bedeutet, dass unsere Erinnerungen höchst fehleranfällig sind. Wie in einer menschlichen Telefonkette, bei der jeder dem Nächsten etwas ins Ohr weiterflüstert, wird der (resp. die Erinnerung) bei jedem Mal weiter verzerrt. Quelle.

😎 Unsere Entscheidungen sind rationaler, wenn wir sie in einer Fremdsprache denken.
Eine Studie an der Universität von Chicago zeigte, dass Koreanische Staatsbürger, die in einer Fremdsprache über etwas nachdachten, ihre Vorurteile oder Befangenheit deutlich reduzieren konnten. Quelle.

😎 Wenn wir unsere Ziele aussprechen, ist die Chance geringer, dass wir sie erreichen.
Seit 1930 wurde in Versuchen mehrfach bewiesen, dass wir besser fahren, wenn wir unsere Ziele für uns behalten, bis wir sie wirklich anpacken oder erreicht haben. Quelle.

Gewisse Menschen aus der Gattung der Nicht-Leseratten (Rattus Non-Lectionis) sind der Meinung, dass Romane sinnlos sind. Fiktion, Phantasie und Luftschlösser hätten mit dem wahren Leben nichts zu tun. Ein Statement ohne viel Tiefgang, denn es gilt der Kernsatz:

Die Fiktion spiegelt die Realität wider – und umgekehrt.

Dichtung und Wirklichkeit sind unentwirrbar miteinander verwoben und beeinflussen sich gegenseitig. Für viele Menschen wirkt der Roman als Stimulus, als ein wunderbarer Seelenreiz, als Tor in phantastische Welten. In der Psychotherapie gibt es sogar den Begriff der „Bibliotherapie„, einer Therapieform, die sich auf das Lesen und die heilende Wirkung der Sprache stützt. Eine neuere Studie zeigt schließlich, dass düstere Romane Depressiven helfen können.

Relativitäts-Ohrfeige

Ich bin ein Hörbuch-Junkie. Wenn ich alleine fahre, bedeutet Autofahren für mich Hörbuch-Zeit. Meist ziehe ich mir spannende Thriller rein. Kürzlich war ich mit Jack Reacher unterwegs, dem coolen Einzelgänger-Helden und ehemaligen Militärpolizisten aus Lee Childs Feder. In einer Nebenszene begegnet Reacher einem früheren Marine, der hintergangen wurde und in afrikanische Kriegsgefangenschaft gelangte.Yves Patak Schriftsteller www.PatakBooks.com Relativität Gefängnis

Die Nebenszene wird schonungslos und detailliert beschrieben. Beinahe wollte ich rechts ranfahren, um durchzuatmen. Der Marine musste monatelang in einer vollgestopften Zelle überleben – so vollgestopft, dass man sich nicht einmal hinlegen konnte. Geschlafen wurde stehend. Der Boden war eine Jauchegrube menschlicher Exkremente. Irgendwann wurde der Marine mit einer Gruppe von Mitgefangenen auf einen Hof geführt. Man erklärte ihm, dass er sich zu seinem Geburtstag wünschen dürfe, ob man ihm das Bein ober- oder unterhalb des Knies absäbelt. Die Machete flog und künftig wurde an jedem Geburtstag  ein Körperteil amputiert. Linker Fuss, rechter Fuss, linke Hand, rechte Hand …

Die Szene ist grauenhaft. Vor allem, weil solche Dinge wirklich geschehen. Ein Teil in mir rebellierte, wollte weghören und die inneren Bilder nicht zulassen. Ein anderer Teil steckte die Relativitäts-Ohrfeige tapfer ein. Die Ohrfeige, die mich daran erinnerte, wie verdammt gut es mir geht, wie verdammt gut es den meisten von uns geht im Vergleich zu dem unglücklichen Marine. Wir sprechen von Fiktion, die die Realität widerspiegelt und damit etwas  in uns bewegt. Fiktion, die eine Entwicklung, eine Erkenntnis fordert.

Die tägliche Erinnerung

Wenn mich alle paar Monate jemand daran erinnern würde, dankbar zu sein für all das Schöne, das ich habe und andere eben nicht, käme dies moralinsauer rüber und der Effekt wäre dürftig. Der Impuls käme viel zu selten, wäre „abstrakt“. Mein Wissen bliebe ohne innere Bilder, die mich bewegen. Romane hingegen evozieren täglich innere Bilder und zeigen mir, wie es „auch sein könnte“. Sie erinnern mich an das Relativitätsgebot des menschlichen Lebens.

Mein Plädoyer endet somit am Anfang: Bei meiner Überzeugung, dass Fiktion – ob Liebesromane, historische Romane oder Thriller – weit mehr ist als Unterhaltung. Sie gehört zu unseren Lehrern in der großen Lebensschule.