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Schlagwortarchiv für: Tod

Patak Blog

Der lautlose Tod – Stoff für Thriller?

Manchmal begegnet uns der lautlose Tod. Manchmal lässt uns das Grauen verstummen. Wie die meisten Thrillerautoren halte ich überall Ausschau nach Elementen, die für eine Gänsehaut taugen (und wer steht schon nicht auf Gänsehaut …?) Da ich vorwiegend Mystery Thriller schreibe, kommen diese Elemente oft aus dem offiziellen Universum der Fantasie. Allerdings muss ich bei weitem nicht immer auf das Übernatürliche zurückgreifen, um die Zähne zum Klappern zu bringen. Das reale Leben, der Alltag, bietet ein eindrückliches Arsenal des Schreckens. Manchmal wird der Horror von einem Todesschrei begleitet. Manchmal lässt uns der lautlose Tod mit Grauen verstummen.

Für Hänsel und Gretel lauert die Gefahr im Wald. In „Der Herr der Ringe“ können Bäume sprechen und sich fortbewegen, sind durchaus kriegerisch; im „Talisman“sind die Bäume schlicht böse. Doch da gibt es auch einen echten Wald, einen Wald, der bei weitem gefährlicher ist als jeder andere auf dieser Welt.

Schon einmal vom Roten Wald gehört?

Der Rote Wald, gut zehn Quadratkilometer gross, gehört zur Sperrzone von Tschernobyl, dem verbotenen Gebiet mit der weltweit stärksten Strahlenverseuchung. Die Explosion in Tschernobyls Reaktor Nr. 4 im Jahre 1986 segnete die Region mit einer Strahlenbelastung, die dem zwanzigfachen der Atombomben von Hiroshima und Nagasaki entsprechen. Moment mal … „Strahlenbelastung“, das klingt irgendwie so abstrakt, so klinisch. Wollen wir uns einmal anschauen, was das für einen verstrahlten Menschen bedeutet? Je nach Strahlenbelastung treten Symptome auf wie Kopfschmerzen, Übelkeit, unkontrollierte Blutungen in Mund, Darm, unter der Haut, Fieberdelirium, Koma – und schliesslich Tod. Bei schwersten Strahlenkatastrophen kommt es auch schon mal zur Walking Ghost Phase, einem Zeitraum von mehreren Tagen, an dem sich der Verstrahlte nach anfänglicher extremer schwäche anscheinend erholt. Doch dann folgt die Sterbephase mit raschem Zelltod. Und nein, es ist kein schönes Sterben.Yves Patak Schriftsteller Der lautlose Tod
Doch zurück nach Tschernobyl. Interessanterweise hat sich die Tierwelt in der Region seit der Atomkatastrophe nicht nur erholt, sondern vervielfacht. Schon in den ersten zwei Jahren nach der Explosion nahm der Bestand an Wildschweinen um das Achtfache zu. Allerdings finden sich auch Hinweise auf Mutanten, auf genetisch veränderte Vögel und andere Tiere.

Radioaktivität. Mutanten. Der lautlose Tod.

Der wahre Schrecken jedoch liegt in den Bäumen selbst. Nach der Reaktorexplosion starben tausende von Tannenbäumen, verfärbten sich durch die Strahlung rötlich (daher der Name Red Forest). Die meisten Bäume wurden im Rahmen der Aufräumarbeiten plattgewalzt und vergraben, weil sie die meiste Radioaktivität abbekommen haben. Gewisse Quellen (Quora.com) behaupten, dass die Strahlung auf den Bäumen auch Bakterien und Pilze abtöten, weshalb die Bäume nicht verrotten: es sind ewige Tote, radioaktive Mumien.
Falls es in jener Region also je zu einem Brand kommen sollte – z.B. durch Blitzschlag, was ja durchaus möglich ist – würde mit den Flammen eine gewaltige radioaktive Wolke in die Atmosphäre gelangen und über die ganze Erdkugel wandern.
Radioaktivität. Mutanten. Ewige Stille. Der lautlose Tod.
Durch die wogenden Nebel meiner Thriller bewegen sich zwei Gestalten, denen die Idee gefällt. Mehr als das. Das Konzept törnt sie förmlich an. Da wäre der Mafioso und Soziopath Michael „Die Flamme“ Coppola … und da wäre der dämonische Ûraton. Beide überlegen, wie sie eine solche globale Katastrophe zu ihrem eigenen Nutzen provozieren könnten.
Die einzige Frage ist, welcher der beiden Schurken der Schnellere sein wird …
1. November 2017/von Yves Patak
https://www.patakbooks.com/wp-content/uploads/2017/08/Der-lautlose-Tod.jpg 1138 1640 Yves Patak https://www.patakbooks.com/wp-content/uploads/2017/10/yves_patak-1.png Yves Patak2017-11-01 21:21:092018-05-20 08:31:13Der lautlose Tod – Stoff für Thriller?
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