Drama, Unheil, Desaster

Wie Edgar Allan Poe so schön sagte: „Was wir auch sehen oder scheinen, ist bloß ein Traum in einem Traum.“

Ist also unsere Phantasie möglicherweise die ultimative Wahrheit? Eine seltsame Frage, natürlich — aber schließlich bin ich (unter anderem) Schriftsteller, und unsereins stellt sich die seltsamsten Fragen.

Also mal andersrum: haben Sie schon einmal einen Liebesroman gelesen oder sich einen Thriller im Fernsehen angeschaut? In beiden Kategorien gibt es reichlich von dem einen Element namens Drama. Im Thriller sowieso, aber auch der Liebesroman/-film muss gespickt sein mit Szenen, in denen die Heldin oder der Held leidet, an seine Grenzen kommt und sein Leben alles andere als cool findet. Das muss so sein, weil die Story sonst stinklangweilig wäre und wir uns die Abend-Nachrichten angucken müssten, um bezüglich Drama auf unsere Rechnung zu kommen.

Drama. Unheil. Desaster. Konflikt. Aufregung.

Offenbar suchen wir alle nach dem brenzligen Stoff, der das Leben ankurbelt, ihm Pfeffer gibt. Es scheint pervers, paradox, und doch liegt der Trieb in der menschlichen Natur. Vielleicht, weil wir aus dem Ganzen etwas lernen, dabei reifen? Geht es nur darum?

Nun stellen Sie sich vor…